Don’t drag them to hell

Für Daisy Herz gibt es zwei Sorten von Wesen – die auf Erden wandern. Zum einen Fabelwesen. Für Daisy sind Fabelwesen – gute Seelen. Reine Seelen. Seelen, die auf Erden wandern um anderen zu helfen.Seelen mit einem Herzen und geistreichen Worten. Daisy schenkt diesen Wesen einen Platz in ihrem Wald. Ein Luftkuss aus ihrer Richtung und sie tragen, das Spitzenkleid eines Tierwesens. Daisy erkennt diese Wesen vom Aussehen her . Von ihrer Liebe her. Es sind Einhörner. Nymphen. Feen. Hexen. Paradiesisch-gekleidete Papageienarten. Eulen. Füchse. Wölfe. Rehe und Hirsche. Süße Hasendamen, die sich ihre Nasen in rosé pudern. Sie alle gelten für Daisy als die Revolution der Herzen.

Erkenne die Liebe in dem Bild und verstreue sie. 

 

Und es gibt eine andere Sorte. Menschen. Menschen sind für Daisy Seelenlos. Für Erfolg und Reichtum gehen sie über Leichen. Sie respektieren das Alter nicht. Sie sind oberflächlich. Sie respektieren weder dich noch mich. Auf dem ersten Blick erscheinen sie einem freundlich. Zu freundlich. Sie preisen dich in die Höhe. Geben Leere Versprechungen -zu leeren Worten. Früh genug haben sie gelernt, ihr Herz in den nächst besten Mülleimer zu schmeißen. Der Erfolg im Leben ist ihnen wichtiger. Sie sind egoistisch. Heuchlerisch. Ihre Augen sind leer. Ihre Gedanken dunkel.

Gib demnach auf dein Herz acht. Lasse es dir nicht entreißen. Denn sie wollen dich zu einem, der ihren machen. Vergesse nie deine Mission. Und schütze dein Herz – mit der Macht deiner Liebe. Vielleicht lässt du in ihnen eine Mauer bröckeln. Aber verzage nicht, wenn du nichts bewegen kannst.

Drehe den Spieß einfach um!

Versuche ihnen Liebe ins Herz zu hauchen. Solltest du es aber nicht schaffen, wie Daisy, um Himmels willen, dann drehe dich um und geh.

 

In letzter Zeit sieht man Daisy oft mit der weißen Wölfin Annabelle, in ihrem Walde spazieren. Annabelle ist ein wenig älter als Daisy. Aber im Moment ist es das Schönste, für das einsame Mädchen, Annabelles weiches Fell zu kämmen. Es glänzte danach immer so strahlend hell. Als hätte Annabelle Engelsflügel. Jene wundervolle Seele erzählte der Prinzessin, bei einem Picknick, einst von einem Heim für ältere Fabelwesen in Brüggen. Da Daisy Herz zur Zeit auf Ausbildungssuche ist öffnete, die liebe Wölfin, für Daisy die Türe zu ein paar Probetagen in jenem Heim, in das Daisy noch nicht einmal ihren schlimmsten Feind hinein setzen würde. Aber beginnen wir mit dem ersten Tag.

An einem Wochenendtag kam Daisy  überpünktlich zu ihrem Date mit Brüggen an. 6:20Uhr am Morgen. Nichts für Seelen, die für ihr Wochenende leben. Frau Janke sollte die Dame sein, bei der sich das Mädchen anmelden sollte. Daisy parkte  ihren Smart „Beetlejuice“ etwas fernab von jenem Senioren Heim – dessen Name ihr entfallen ist. So sehr verabscheut sie es. Daisy fragte sich durch und lernte schließlich Frau Janke kennen. Sie wirkte nett. Sympathisch. Abgenutzt. Stumpf. Das Mädchen folgte ihr zurückhaltend bis vor eine Türe, die dahinter zu einem kleinen Hof und einer art Holzhütte führte. Als Frau Janke eine Kollegin nett darum bat  für sie nochmal nach oben in den Aufenthalts Raum zu gehen und den Schlüssel für sie zu holen, waren Kraftwörter alles – was sie sich geben konnten. Was selbstverständlich nicht böse gemeint war, aber einen dunklen Samenkorn in jedem hinterlassen sollte. Wäre Daisy eine Katze – so hätte man deutlich ein aufgeputschtes Fell an ihr erkannt. Eine art Kamm der sich über den ganzen Rücken bis hin zur Schwanzspitze hinziehen sollte. Im Kopf zitierte Daisy den Lieblingssatz von ihrem Traummann: „George Clooney“ aus dem Film: „From dusk till down.“ Wie er mit hervorgezogener Pistole dem Mann aus einem Kiosk bedroht:

Bleib cool. Bleib einfach cooooooooooooool.

In dieser Holzhütte fanden ebenfalls die vorgegebenen 11:00 Uhr Pausen statt. Für sieben Stunden, die man arbeitet – wird einem eine Stunde abgezogen für die Pause. Obwohl man nur eine halbe Stunde Pause haben durfte. Eine Pause, die Daisy weder heute noch morgen je in Anspruch genommen hat. Eine Zigarettenlänge reichte für sie aus. Die Dampflokomotive lies Daisy gleich zu Hause. Eigentlich war es ihr von vornherein klar, das es für E-Zigaretten keinen Raum gab. Es war nicht gemütlich genug, wie in der WG. Wo sich die kleine Hexe des öfteren mit den älteren Damen und Herren über die Dampfwolken amüsierte, die aus ihrem glitzernden Liebling: „X-CUBE II“ kamen. Ach ja, was es heut zu Tage nicht alles gibt.

Aber zurück aus den Träumen und den lieblichen Erinnerungen. Wir sind wieder auf dem Schlachtfeld in Brüggen. In dem namenlosen Heim. Die Azubi Hexe hört bis heute noch die weisen Worte einer Dame – die, in diesem Leben, wohl nichts mehr schockieren konnte. Alles was von ihr übrig geblieben war, deutete auf ein zerkratztes Herz hin und wurde mit einer rauen Stimme zum Ausdruck gebracht.  Daisy erklärte in jener Runde, das sie aus einer Wohngemeinschaft – für Menschen mit Demenz kommt. Es gab vielleicht zwei Herzen zu pflegen. Bei allen anderen reichte das Anstupsen mit der Nase:

„Heute machen wir unseren Wellnesstag, ja?“

Der Satz klappte eigentlich immer. Das Geheimnis bestand einfach nur darin, ihnen die Dusche einfach nur gut zu verkaufen. Und wenn sie das „Packet“ dennoch nicht abholen wollten – so lies man sie einfach in Ruhe.  Aber nun wieder zurück zum Thema:

Daisy hört bis heute noch die Worte, der Dame mit der rauen Stimme:

„Verheizt das Mädel bitte nicht gleich am ersten Tag!“

Gut. Die Tatsache, das Daisy mit Gas heizt und nicht mit Benzin kam vielleicht keinem gut gelegen. Zudem gab es auch noch den Krankenschein einer Kollegin, der aus einem Papierflieger gebastelt, den zuwenig besetzten Pflegern in ihrer zugeteilten Etage, immer und immer wieder, um die „Ohren flog.“ Alle waren sie gereizt. Daisy hat keinem einzigen Pfleger, die an sie gerichteten „Guten Worte“ abgekauft. Es kam eher alles heuchlerisch rüber. Die Bewohner hatten in ihren Badezimmern und in ihrem Wohnbereich, jeweils eine Klingel. Wenn sie einen Wunsch hatten, oder wenn sie für Toilettengänge Hilfe brauchten – mussten sie klingeln.  Bei den Pflegern blinkte dann, Händchen haltend mit einer Melodie auf ihren Telefonen, die jeweilige Zimmer Nr. auf. Ja. So ist das überall. Wenn außerhalb der Pause, eine Zimmer Nr. aufblinkte, die einem nicht zugeteilt war – so war man allerdings so kollegial, den Kollegen in der Pause zu entlasten. Und in der jeweiligen Etage bei dem Bewohner nach dem rechten zu sehen. Wie zuvor kommend für den Kollegen, der draußen aus lauter Frust, die Zigarette mit dem Filter regelrecht verspeiste. Super. Bundesliga.

Daisy wurde zusammen mit einer examinierten Fachkraft auf die 3Etage zugeteilt. Diese Dame. Sie war nicht nur ein Mensch. Sie war mies gelaunt. Und sie war bösartig. Was man ihr auf den ersten Blick gar nicht zutraute. Eine zierliche Figur. Tätowiert aber hart im nehmen. Einen festen schwarzen Pferdeschwanz. Dunkle Augen, die durch eine dunkle Brille zischten. Den fehlenden Urlaub unter den Palmen und den Krankenschein-Papierflieger, lies sie an Daisy aus. Das war nicht schlimm für sie. Die Nackenhaare richteten sich erst dann auf, als die Dame ohne Seele, Daisy’s Namen regelrecht über den Gang schrie, weil ein Bewohner es wagte zum zweiten mal, nach dem Namen der neuen „Schwester“ zu fragen. Aus ihrer WG kannte Daisy so eine Respektlosigkeit nicht. Die Tatsache, das dieser Bewohner MIT dafür verantwortlich ist, das das Mädchen ohne Seele, jeden Monat pünktlich ihr Gehalt, inklusive Zuschläge, auf ihr Konto überwiesen kriegt wurde von ihr  anscheinend schneller denn je unter den Teppich „gekehrt.“

Daisy bekam einen schriftlichen Laufzettel von der Dame ohne Herz mit. Das eine Herz sollte geduscht werden. Bei dem anderen fehlten nur Handtücher. Und dann gab es da natürlich noch die ATS Strümpfe. Sie dienen dazu, das in den Blutgefäßen – kein Blutgerinnsel entsteht. Kein Stau.  Sozusagen. So das, das Blut jederzeit seinen Weg zurück nach Hause findet. Zum Herzen hin und wieder zurück. Daisy meint sich daran zu erinnern, das acht Bewohner auf ihrer Liste standen. So gut es ging, versuchte sie diese Bewohner abzuarbeiten. Dabei machte Daisy einen  Fehler. Sie unterhielt sich mit den Bewohnern. Was die ganze Sache verlangsamte. Und sie hatte mit der Freundschaftsanfrage namens: „Sara 3000“ anfangs Startschwierigkeiten. Wer nimmt schon eine Anfrage von einer Dame an – die man nicht kennt gell?! So und um euch das große Fragezeichen gleich wieder vor den Augen zu entfernen – hier die Erleuchtung. Die „Sara“ ist ein Stehlifter um die älteren Herzen, die nicht mehr alleine aufstehen können, von A nach B zu bringen. Man befestigt sie an den Knien. Am Bauch. Und unter den Achseln. Wenn man weiß wie es funktioniert – ein Segen für jeden Pfleger. Also. Freundschaftsanfrage BESTÄTIGT.

Mit dem letzten Herzen auf Daisy`s Liste, meinte die kleine Hexe allerdings, das man sie vorsätzlich verarscht habe. Um es mit einem Wort auszudrücken: „Kontrakturen-Prophylaxe“. So. Um es zu übersetzen: Verkürzung der Sehnen und Muskeln, die zur Folge haben, das sich die Beweglichkeit einschränkt. Um so etwas zu verhindern muss man die älteren Herzen mobilisieren. Sie lagern. Die Dame war so steif – jede Sonnenblume bewegte sich häufiger. Eigentlich ein „NO-GO“ für jedes Altersheim so etwas zuzulassen. Allerdings muss Daisy zu ihrem Unglück auch zugeben, das sie die Biographie von jenem älteren Herzen auch nicht kennt. Vielleicht war sie krank. Man weiß es nicht.

Fakt war aber – die Dame war steif und weit und breit – keine Schüssel im Zimmer. DOCH. Da war eine. „Rumpelstilzchen hab ich dich!“ Pah. Eine herrenlose graue Schüssel. Daisy dachte sich nichts besonderes dabei. Weil alles auch schnell-schnell-schnell-schnell gehen musste. Also nahm sie die Schüssel und desinfizierte sie. Danach wurde sie nochmals mit heißem Wasser, im Badezimmer, gereinigt. Und dann noch mal desinfiziert. Nur um auf Nummer sicher zu gehen. Zum Schluss füllte die Unsichere Praktikantin lauwarmes Wasser in die Schüssel. Daisy startete, mit der von ihr gehassten Katzenwäsche, von oben nach unten. Wie gern hätte sie die Kraft gehabt, die Dame unter die Dusche zu setzen. Sie war nicht dick. Nur groß. Normale Figur. Aber versuch mal eine steife Frau zu bewegen – ohne Trick 17 zu kennen.

Daisy wusch sie so, wie es ihr einmal ihre erste Chefin gezeigt hatte. Die Quell jener Erinnerung, war ein regelrechter 6er im Lotto. Also Daisy du schaffst das! Ran an den Speck! So weit. So gut. Es gab nichts wovor man in irgendeiner art und weise einen „Kamm“ bekommen musste. Die Dame hatte eine Rose. Wie jede andere Frau auch. Zwei Brüste. Keine dritte irgendwo versetzt. Es war alles gut. Zum Schluss trocknete Daisy sie gut ab und zog ihr , die Kleidung an, die der Spätdienst ihr schon zurecht gelegt hatte. Die Socken – waren kein Problem.  Netzhose mit Einlage – worüber reden wir?! So. Nun wurde es spannend. Denn, die Dame war immer noch steif. Sie hielt ihre beiden Hände und Arme überkreuz. Das Mädchen konnte gerade noch den Ärmel des T-Shirts ganz vorsichtig über die Hand ziehen. Bis zum Ellenbogen. Daisy rückte näher heran und versuchte der Dame vorsichtig, das T-shirt über den Kopf zu ziehen – da äußerte das ältere Herz ein: „Aua!“

Au nein. Das wollte Daisy nicht. Sie wurde wütend. Jetzt reichte es ihr. Sie entschuldigte sich bei dem Herzen und versprach mit einer Kollegin wieder zu kommen.  Schon im Vorfeld entschuldigte sie sich bei der unbekannten Kollegin dafür das sie, sie um Hilfe bitten muss. Daisy wiederholte sich zum 1000 mal, das sie vorab nur in einer WG gearbeitet hat, wo alle Seniorenherzen beinahe mobil waren. Nur einmal habe sie bei einer Intimpflege im Bett, über die Schulter blicken dürfen.Bis zu dem Zeitpunkt an dem die Kollegin, mit dem südländischen Puder, das Zimmer betrat war sie wirklich nett. Zwei Minuten später schwört Daisy, das aus ihren Augen Laserstrahlen kamen. Sie fixierten die Schüssel und……………………

………………………………..“Boom.“

Ihre Stimme spitzte sich zu einem Dorn zusammen:

Hat Sie meine Kollegin nicht vernünftig eingearbeitet?

Sie dürfen keine Bewohner mit einer Toilettenschüssel waschen!

Kommen Sie mit ich zeige Ihnen welche Schüssel Sie dafür benutzen dürfen.

Oh man. Wie sehr Daisy solche Momente verfluchte. Sie folgte der Dame um die Ecke in einen kleinen Raum. Da standen Sie nun alle beisammen. Wie Zinnsoldaten. Die ganzen Schüsseln zum waschen. Daisy versuchte sich zunächst zu erklären. Später packte sie allerdings jene Erklärung an den Galgen und lies die Dame einfach weiter reden. Später fiel es ihr dann auch selber auf. Ach ja. Eine Bewohnerin in der WG, besaß einen Toilettenstuhl mit einer ähnlichen Schüssel.

Gott, verklagt Daisy doch!

Was hat denn die Dame von Daisy gedacht? Ist sie davon ausgegangen, das die „Neue“ das ältere Herz mit ihrem eigenen Urin gewaschen hat? Im inneren winkte sie einfach nur ab. Zum ersten mal dachte sich Daisy, das es kein Wunder ist weshalb sie so unterbesetzt sind und keiner diesen Job machen will. Um ehrlich zu sein dieses Heim versaute Daisy den Wunsch eine Ausbildung als Altenpflegerin zu machen. Es war immer noch Samstag morgen. Es war immer noch Wochenende. Und Daisy verbrachte ihre kostbare Zeit damit – sich mit Menschen zu quälen. Lieber wäre sie jetzt in Berlin bei bei der Nymphe – die sie ihre Liebe nannte. In Gedanken entschuldigte sich Daisy bei dem schwarzen Piraten – dem Mann von der Nymphe:

Lieber schwarzer Pirat. Es tut Daisy wirklich von ganzem Herzen leid – Sie hat schon wieder an die Nymphe gedacht. Sie hat sich mit ihr zusammen in eine Nacht hinein geträumt – die niemals geschehen wird. Im Traume durfte das Mädchen mit dem leeren Herzen, für einen Moment, ihren Kopf auf den Schoß der Nymphe legen und einschlafen.  Irgendwann das verspricht dir Daisy, da hat sie deine Dame vergessen.

Quelle: Instagram. eve_pain

Aus ihrem Tagtraum rausgerissen entschuldigte sich, die südländische Kollegin bei Daisy. Gab aber noch mal zum Ausdruck – das sie wütend wird, wenn jemand nicht richtig eingearbeitet wird. All jene Worte interessierte sie nicht mehr. Daisy war durch. Durch mit diesem Heim. Es war inzwischen 10:50 Uhr am Morgen. Zufällig kam sie an ein Fenster vorbei, aus dem man gut die überfüllte Hütte – mit den Kollegen erkennen konnte. Kein einziges Fabelwesen in Sicht. Nur Menschen. Muggle`s. No maj – Nicht Magier. Daisy konnte durchs Fenster fühlen, wie die tätowierte Kollegin am Tisch über sie fluchte und schimpfte. Natürlich fasste sich Daisy in jenem Moment selber an den Kopf und dachte sich:

„Wieso musste ich  aber auch ausgerechnet – diese eine verdammte Schüssel benutzen!“

Aber es ist nun mal passiert. Daran kann Daisy  nichts ändern. Daisy`s Hand rollte sich zu einer Faust zusammen:

Jener unter euch der Fehlerlos ist – der werfe den ersten Stein.

Es ist passiert. Und es tut ihr leid. Punkt. An dem darauf folgenden Morgen wurde es für die Praktikantin besser. Auf ihren Wunsch hin behielt sie den schriftlichen Zettel, mit ihren Bewohnern drauf. Er war übersichtlich und fein leserlich von der tätowierten Kollegin geschrieben. Die Freundschaft zwischen  „Sara“  und Daisy erblühte. Herr Blumenbeet bekam überpünktlich seinen Kaffee ans Bett, sowie die ATS Strümpfe an. Es gab keinen mehr zu duschen. Also folgte Daisy dem Ruf – ihres Telefons. Es waren meistens nur Kleinigkeiten. Ein Herz wünschte sich, das man ihm das Fenster schloß. Ein anderes wünschte sich zu erfahren, welcher Wochentag war. Selten war ein Toilettengang dazwischen. Die Hauptarbeit war die Pflege morgens. 

Da Daisy schon im Morgengrauen frühstückte beschloss sie, für ihr Herz, sich mit einer Flasche Wasser zurück zu ziehen und ihr Telefon zu beobachten. Als die Zimmer Nr. 111 aufblinkte, nahm Daisy ihre Flasche mit dem Wasser und lief die Treppe hinunter. Nichts ahnend öffnete sie die Türe. Da war sie. Die Hoffnung. Der Fels in der Brandung. Die Antwort auf all jene Fragen, die aus Daisy`s Wut sprachen. Ein Fabelwesen. Sie klammerte sich an ihren Rollator als sei er ein Anker. Sie zitterte am ganzen Körper. Daisy ging mit der Dame aus ihrem Zimmer bis vor die Türe – zu einer Couch.  Auf die Frage hin ob sie noch angehörige habe, deutete die schöne Seele auf ihr Zimmer und flüsterte: „Ja“. Daisy beschloss bei ihr zu bleiben. Vielleicht reichte es ja aus, wenn sie ihre Hand einwenig hielt. Und als ihr das Fabelwesen über die Wange strich – da wusste Daisy das sie niemals aufgeben durfte. Es war nicht viel was Daisy dem Fabelwesen schenkte. Nur eine Hand auf der ihren. Aber für dieses eine Wesen bedeutete es die Welt. 

Man hatte den Eindruck, das für ein paar Minuten, der Friede wieder auf Erden herrschte. Doch da plötzlich tauchte sie wieder auf. Die pure Provokation in Menschengestalt. Die tätowierte Kollegin wunderte sich, warum Daisy keine Pause machte.

Daisy winkte ab: „Ach lass mal, ich habe schon gefrühstückt.“

„Ich möchte lieber noch ein bisschen bei Frau Neumann bleiben.“

Die tätowierte Kollegin verschwand. Zapfte neue Energien. Und kam in windeseile wieder zu Daisy zurück. So laut gebrüllt hatte sie in den zwei Tagen noch nie:

FRAU JANKE WARTET AUF DICH!!!!!!

Daisy war froh, das die Wölfin Annabelle jene Situationen nicht mitbekommen hat. Daisy war überhaupt froh, das keiner ihrer Freunde sie so sehen musste.Und das Eve sie so nicht sah. Wahrscheinlich hätten sie das Mädchen auch nicht erkannt. Wer dieses Gefühl kennt, weiß wovon Daisy redet. Es fühlt sich alles so dreckig an. Man möchte sich aus seiner eigenen Haut herauswüschen. Möchte jemand anders sein. Jemand wie  „Uta“ vielleicht aus dem Film „Killing-Ink.“ Jemand der einen in der Luft zerfetzt –  in so einem Moment.

Aber so ist Daisy nicht. Sie ist eher jemand, der Schutzbedürftig ist. Erst wenn Daisy jemanden kennenlernt öffnet sie sich ihm und sagt, ihrem Gegenüber,  auch gerne mal die Meinung. Normalerweise wäre es Daisy`s Natur gewesen sich umzudrehen und zu gehen. Aber da war immer noch die Tatsache, das sie unterbesetzt waren. Daisy hielt es immer  für eine große Tugend – sein Versprechen zu halten. Aber nun stellte sie es in Frage.

Daisy glaubte, das sich nach einem Gespräch mit Frau Janke wieder alles neutralisieren würde – in ihrem Oberstübchen versteht sich. Aber der Unterschied zwischen dem was Daisy glaubte und das was Frau Janke ihr bei dem Einzelgespräch offenbarte, hatte genau so viel miteinander zu tun, wie ein Kuss auf die Stirn und ein Schlag ins Gesicht. 

Daisy machte nur die Türe zur Hütte auf und wurde schon von Frau Janke mit großen Augen in Empfang genommen, da sie befürchtete Daisy hätte irgend einen Alarm ausgelöst. Aber da war kein Alarm. Wer Daisy`s Geschichten vorab gelesen hat, der weiß auch das die kleine Hexe einige Dinge die passieren vorab erspüren kann. Obwohl sie keinen Beweis dafür hatte, konfrontierte sie Frau Janke mit der Situation, von der Schüssel und ihrer krönenden Unwissenheit. Frau Janke sah sie mit einem Blick an, der vermuten lies, das man sie bei einem Banküberfall ertappt hätte. Doch all dies interessierte Daisy nicht mehr.

Wisst ihr, wenn ich examinierte Altenpflegerin gewesen wäre, und mir  ein Fehler passiert wäre, dann hättet ihr alle zurecht über mich herfallen können.

Aber so nicht. So habe ich keine Lust mehr hier zu arbeiten.

Ohne es zu merken, tappte Frau Janke Daisy in die „Falle“  und stellte bei dem Mädchen klar, das sie wohl der tätowierten Kollegin gehörig die Meinung wegen der Toilettenschüssel gegeigt hat. So erfuhr sie ebenfalls, das ihr Gespür ihr recht gab. Man hatte sich in der Pause über sie ausgelassen. Frau Janke warnte Daisy auch zugleich – nicht aufzugeben. Das war Unsinn. Daisy würde nicht aufgeben. Allerdings würde sie niemals in diesem Heim eine Ausbildung anfangen wollen. Daisy ist gelernte Kauffrau für Bürokommunikation. Sie ist ausgelernt. Und ohne die Geschichte von Oben herab zu sehen, war ihr das Niveau deutlich zu niedrig gesetzt.  Das machte ihr später auch die liebe Kollegin „Tina“ klar, der sie sich bei ihren letzten Gesprächen anvertraute. Der zweite schwerwiegende Grund war jener, das Daisy Frau Janke nach dem Grund fragte, warum man die Bewohner des Heimes nur einmal die Woche richtig duschte. Mit jener Antwort auf der Zunge schoß sich Frau Janke selber ins Knie. Sie redete ganz offen darüber, das sie sich mit noch ein paar anderen Kollegen zusammen getan hat, um sich bei der Geschäftsleitung die Erlaubnis zu holen, die Bewohner ÜBERHAUPT 1x die Woche duschen zu dürfen. Daisy war fassungslos. In ihrer WG war sie so etwas nicht gewohnt. Die Bewohner sollten aller spätestens alle zwei Tage von den Pflegern geduscht werden. Manche sogar jeden Tag. Was Daisy mit „Kusshand“ befürwortete.

 Jeder Mensch sollte das Recht darauf haben jeden Tag zu duschen. „Katzenwäsche“ geht garnicht. Es sollte dabei vollkommen egal sein, wieviele Quietsche-Enten und Rosenblüten es auch geben mag.  

So sollte es sein aber nicht in diesem Heim. Es wurde nur mit einem Waschlappen und warmen Wasser, mit Seife, ein Bewohner gereinigt und Warum? Um zu hohe Wasserkosten zu vermeiden!

Daisy lies sich auf keine weitere Diskussion mehr ein. Es ergab einfach keinen Sinn mehr für sie. Für sich selbst machte sie gewiss einen Haken hinter dem Heim. Sie lies die letzen Stunden schmerzfrei an sich vorüber ziehen. Später konnte Daisy dann auch endlich über ein Computerprogramm, die Bewohner, die sie pflegte schriftlich festhalten. Bei einigen notierte man zum Beispiel wieviel sie getrunken oder gegessen haben. Könnt ihr euch noch daran erinnern, das man Daisy einen handgeschriebenen Zettel übergab, auf dem genau drauf stand was sie zu tun hatte? Diesen Zettel sollte Daisy nun wieder hervor holen und ihre Notizen, die sie sich daneben schrieb, in die Tabelle im Computer niederschreiben. Daisy schaffte es ganze drei Bewohner abzuarbeiten. Dann passierte plötzlich das undenkbare für sie. Stellt es euch bildlich so vor: Gegenüber von ihr saß die tattoowierte Kollegin, die ebenfalls daran arbeitete ihre Arbeit in das System einzupflegen. Links von Daisy gesellte sich ein wenig später eine weitere Kollegin, die ihr das Programm erklären sollte. Das Mädchen war vielleicht für 2 Sekunden abgelenkt. Sie wusste nicht – wie ihr geschah. Aber von einem auf den anderen Moment war der Zettel weg. Daisy überkam eine solche unnatürliche Wut, wie man es nur bei einem Menschen kennt, der einen anderen am liebsten prügelt, um seine Wut zum Ausdruck zu bringen. 

Wo war der Zettel? Daisy fragte beide Kollegen, die nur mit den Schultern zuckten. Sie fixierte voller Hass ihre „Lieblingskollegin“ gegenüber. Da hat nicht mehr viel gefehlt. Nur noch ein Feuerfunke. Die tätoowierte Kollegin starrte emotionslos einfach nur zurück. Warum war Daisy für einen einzigen Augenblick nur so unkonzentriert? Warum hat sie es nicht bekommen, was mit ihrem Zettel passierte? Daisy fasste sich nur schweren Herzens und murmelte ein ungewolltes:

Hakuna Matata

vor sich hin. Ihr einziger Wunsch war es nur ganz schnell raus zu kommen aus diesem „Laden.“ Daisy kann leider nichts beweisen. Sie vermutet, das ihre „Lieblingskollegin“ ihr den Zettel weggenommen hat, um die Kunden auf sich zu überschreiben. Damit es so aussieht, als hätte Daisy nichts getan. Aber wie gesagt, das ist nur eine Vermutung.

Zum Abschluss ihrer persönlichen „Altenheim-Horror-Story“ möchte Daisy noch einige persönliche Worte an alle examinierten Altenpfleger in Deutschland richten:

Wie wir alle wissen ist unser Job, für das was wir täglich vollbringen müssen, unterbezahlt! Und nicht nur das, wir sind auch unterbelegt. Die momentane Situation – steht wie eine hohe Mauer vor jedem Altenpfleger. Der Grund? Die Menschen werden immer älter. Es gibt allerdings nur noch eine Handvoll Menschen- die es mit der Nächstenliebe ernst meinen. Die meisten wünschen sich schnelle Star Karrieren als Fashion Blogger – was Daisy absolut nicht ausstehen kann. Über die meisten sogenannten Fashion Blogger amüsiert sich die Dame still und heimlich – in ihrem Kämmerlein. Daisy mag die Aufklärung im Internet- mit einem rockigen „AHA-Effeckt“ dahinter. Die neuste Mode oder das was einige als Mode bezeichnen, interessiert Daisy einfach nicht. Daisy interessiert nur das Herz. Denn es ist unsere Liebe und Zuwendung, die in den Herzen der anderen Menschen, die Unsterblichkeit besiegelt. Der Rest ist vergänglich. Erfolg und Ruhm sind vergänglich. Liebe bleibt. Das sollte euch klar sein. Natürlich wünscht sich Daisy Herz im inneren einmal genau so erfolgreich zu sein, wie die Britische Schriftstellerin Joanne K. Rowling,die Autorin von den Harry Potter Romanen. Genau so wie jene Dame möchte Daisy die Welt ebenfalls mit ihrem eigenen Zauber versüßen. Aber wer sagt denn bitte, das man im Kleinen die Welt nicht genauso versüßen kann, wie im Großen. Wichtig ist doch nur eines: Das wir es schaffen die Menschen im Kern zu erreichen. Das wir es schaffen ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und ihre Wangen rot zu pudern. 

Auch wenn wir nur eine kleine Gruppe von Menschen sind, die sich dazu entschlossen haben den Beruf als Altenpfleger für sich zu erlernen, müssen wir uns gegenseitig die Augen auskratzen, wenn es um das Wohlergehen der älteren Herzen geht? Ist das wirklich nötig? Sollten wir nicht mit Hilfe einer Räuberleiter versuchen uns gegenseitig über die Mauer zu helfen? Bei so viel Hass und Wut kommt Daisy nicht umhin sich zu fragen:

„Warum zerren wir uns gegenseitig in den Abgrund?“

 

 

 

 

Wunder geschehen

Die Poetin ,Elisabeth Bishoph, kann die Lage in der sich Daisy’s Herz gerade befindet – am besten beschreiben. Um jene Gedanken und Gefühle am besten auszudrücken, möchte sie euch ein Stück von ihrem Lieblingstext zeigen:

Die Kunst des Verlieren’s studiert man täglich. So vieles scheint bloß geschaffen, um verloren zu gehen und so ist sein Verlust nicht unerträglich. Lerne zu verlieren Tag für Tag.

Wenn man, wie Daisy mit seinem Herzen einen Packt abgeschlossen hat, muss man die Kunst des Verlieren’s täglich neu erlernen. Daisy Herz hat ihre beste Freundin und Oma verloren. Sie hat Freunde verloren. Sie hat den Schlüssel zu dem Herzen – ihrer heimlichen Liebe verloren. Und zum Schluss hat sie ihren Job als Pflegerin verloren.

Die Macht einem einzigen Menschen auf dieser Erde, die Welt verschönert zu haben. Schöne Erinnerungen  aus der WG sind für Daisy wie funkelnde Sterne. Den wegweisend – vom Himmel herab.  Daisy hütet sie, wie einen Schatz. Wertvoll und kostbar.

Der Moment an dem Daisy ihren Arbeitsvertrag in den Händen hielt.

Der Tag an dem Daisy mit den Bewohnern der WG, Weihnachten feiern durfte.

Die ersten Wochen, wo sie mit der Sprache ihres eigenen Herzens, den Zugang ins Herz der Bewohner erlangt hat.

Der Augenblick an dem eine Seniorin der WG  Daisy so fest in den Armen hielt, so das man glauben konnte, beide Herzen würden einander in die Arme fallen.

Eine wundervolle Hündin zu haben, die Daisy sogar ab und an mit in die WG nehmen konnte.

Die Fähigkeit zu lernen wer es ehrlich mit ihr meint und wer sich hinter einem Mantel, der Heuchelei versteckt hält.

Die Dankbarkeit und das Strahlen im Gesicht, von jedem Bewohner, wenn Daisy ihnen den Weg zu ihrer Aufgabe erleichtert hat.

Freundschaften zu schließen.

 

Alle Sterne die Daisy sich in einem Jahr erworben hat, sind nun in ihren Händen zerbrochen. Alles wofür Daisy hart arbeiten musste. Wie ihr euch das vielleicht vorstellen könnt, ist das die Hölle. Aber es wird noch schlimmer. Der Beruf zu dem Daisy`s Herz sich nun mal hinzu neigt, wird von Außenstehenden  belächelt. Daisy galt in ihrem Familien – und Bekanntschaften Kreis als inkompetent und  komisch – ältere Menschen zu pflegen und für sie in die Bresche zu treten. Aber nach einem Jahr in der WG, weiß Daisy das sie das alles nicht ist. Es ist das Herz, was aus ihr spricht. Und wie jedes andere Herz auch, hat es eine Aufgabe im Leben. Liebe zu geben. Und nichts dafür zu erwarten. Daisy’s Herz schreitet voran. Wird größer und größer. Es wächst über sich hinaus.

Vielleicht war es die richtige Entscheidung von ihren Vorgesetzten, das Daisy gehen muss. Sie hat zwei gesunde Hände. Arme. Und Beine. Es gibt noch so viel, was das Mädchen  in diesem Leben noch erreichen möchte. Daisy wird wütend über sich selber, wenn sie sich mit jener Entscheidung, ihrer Vorgesetzten zu lange den Kopf zerbricht. So gut es geht wird Daisy  bis zum Ende des Monats, die farblosen Herzen der Bewohner, mit den Farben der Liebe ausmalen.

Denkt bitte nicht, das Daisy unter eurer Entscheidung leiden muss. Die Kleine muss nicht leiden. Doch sie muss sich ihre Converse zuschnüren. Sie muss aufstehen. Und kämpfen. Um so dicht es nur geht an der Frau dran zu bleiben – die ihr alle aus Daisy gemacht habt.  Also denkt sie sich:

„Lebe jeden Tag den Augenblick der Liebe“

Mehr kann Daisy nicht tun, als den Augenblick der Rosenblüte zu leben. Ohne das sie sich zu viele Vorwürfe macht, das es ihr gelingt – die Kunst des Verlieren’s zu erlernen. Daisy möchte die Erinnerung an euch auch weiterhin festhalten. Selbst wenn alles zu Staub zerfällt. Daisy weiß, das die Bewohner sie schnell vergessen werden. Vielleicht sogar schon am 1.August.

Aber ihr alle solltet eines wissen: Dieses eine Jahr hat Daisy sehr viel bedeutet. So wie ihr unermüdliches Herz, das steht’s den Weg der Liebe sucht. Alles passiert aus einem Grund. Wer weiß, was der Liebe Gott noch mit ihr vor hat. Daisy weiß, das Wunder geschehen und passieren. Denn es war ein Wunder, als Daisy 1 Jahr mit euch lachen und weinen durfte. Danke für alles.

 

Gewidmet den  Angehörigen der GbR & dem Pflegedienst LAZARUS

 

 

P.s. Jener der Daisy mag und weiß, das auf dem Arbeitsmarkt noch Stellen für eine Ausbildung als Altenpflegerin frei ist, bitte schickt ihr einen Link. Jeden noch so kleinen Hinweis nimmt sie dankend an.

 

 

 

I want to be your Pin-Up

Es war die Zeit, an dem die  goldig gefärbten Blätter  von den Bäumen fielen, als Daisy ihren Pan  auf  eine Tasse Hagebutten Tee zu sich in die Hütte einlud. Sie war sehr aufgeregt, weil sie für das Fabelwesen des Herbstes, etwas  Besonderes sein wollte – ein Pin-Up Girl. Aber wie wird man zu so einem wundervollen Wesen? Kann man es erlernen oder wird man bereits als Pin-Up Mädchen geboren? Daisy nahm die zwei Teetassen und folgte dem Pan zu dem gemütlichen Bereich ihrer Hütte. Der Pan grübelte und zündete sich seine Pfeife. Er setzte sich in einen der kuschligen  Sessel, die Daisy um ihren Kamin gestellt hatte. Er schwärmte sich Sterne in die Augen und fing an zu erzählen:

„Jene Kurve, jener Frau – ist genau dort wo sie hingehört.“

„Ein bezaubernder Ausschnitt.“

„Ihr Schritt – ist die Leidenschaft pur.“

„Welches Fräulein hat nicht schon einmal davon geträumt, es dem Pin-Up Mädchen gleich zu tun und den Verkehr, mit einem einzigen Blick lahm zu legen.“

„Nur weil SIE daher schreitet.“

„Alle Blicke sind nur auf sie gerichtet.“

„Und seit je her stellt man sich die Frage, wie macht sie das nur?“

„Nun um die erotischen Bezüge und den Ursprung dieser Figur zu verstehen,  liebe Daisy, müssen wir das Rad der Zeit einwenig zurück drehen.“

„Ins 19te Jahrhundert.“

„Parallel zu den Anfängen, der modernen Frauenbewegung wurde eine „teuflische Maschine“ erfunden.“

„Das Veloziped – unser heutiges Fahrrad.“

Der Pan lachte.

„MMMhh ich sehe gerade die ganzen Fragezeichen über deinen Kopf schweben – ein Fahrrad als Pate aller Pin-Ups?“

„Kann das sein?“

„Lass es mich dir erklären Liebes:

„Als die ersten Frauen, den Geschmack des Fahrrads erkannten, schnupperten diese nicht nur frische Luft, sondern auch eine Art Freiheit.“

„Sie wollten verständlicherweise nicht länger Zuhause sitzen.“

„Das Rad brachte die Damenwelt dazu, sich unbeaufsichtigt in der Öffentlichkeit zu bewegen.“

„Es dauerte  daher auch nicht lange, das die ersten Schneider – die passende Kleidung dazu auf den Markt brachten.“

„Kürzere Kleider und sogenannte gegabelte Unterhosen.“

„Das wirkte zu der damaligen Zeit natürlich alles sehr skandalös.“

„Damen zeigten ihre Waden.“

„Oh my God.“

Der Pan warf seinen Kopf zurück und lachte laut auf.

„Davon war die Kirche selbstverständlich alles andere als begeistert.“

„Sie sahen darin einen weltweiten Verfall jeglicher Moral.“

„Es zischte aus allen Ecken: Die Frau würde sich körperlich ruinieren.“

„Ihre Jungfräulichkeit verlieren.“

Der Pan drehte grinsent seinen Kopf zu Daisy um:

„Du sag mal bist du eigentlich immer noch……?!

Da schmiss ihm Daisy ein Kissen vors Gesicht:

„Lenk nicht vom Thema ab – du blöde Kuh!“

„Tzzzzttt!“

Der Pan hob seinen Zeigefinger:

„Achso, Männnnnnner allerdings mochten den Anblick einer Frau – auf einem Rad.“

„Bis zu jenem Zeitpunkt war die Frau ein unscheinbares Wesen – das man im Hause hielt.“

„Warum sie also vorführen?“

„Der  1. Illustrator der, der selbstsicheren und unabhängigen Frau gestallt gibt – ist der Amerikaner: „Charles Dana Gibson“

„Seine Zeichnungen erscheinen 1886 in einer kleinen – damals wenig bekannten Zeitung: „LIFE“.

„Es sind allerdings keine anzüglich oder etwa pornografische Bilder aber das „Gipson Girl“ wird alle Regeln in einem Korb sammeln und sie so schnell wie möglich, bei Nacht und Nebel, in dem Fluss des „Vergessens“ hinfort werfen.“

„Auch wenn es von Kopf bis Fuß bedeckt ist.“

 

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Illustrator: Charles Dana Gibson. Quelle: Tumblr.

 

„Sein Haar zu einem kunstvoll wildem Dutt getürmt, lässt Männerherzen zu jener Zeit dahin schmelzen.“

„Das Bild dieser scheinbar ewigen Junggesellin, mit der schlanken Figur, wird zu einem Ideal.“

„Und man kann es sich sogar an die Wand heften.“

„Auf englisch: „To pin up!

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Illustrator: Charles Dana Gibson. Quelle: Tumblr

„Wenn wir jene Bilder, auf die heutige Zeit beziehen, sehen wir nur eine altmodisch gekleidete Dame, die umgeben ist von Männern, die sie anhimmeln.“

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Illustrator: Charles Dana Gibson. Quelle: Tumblr.

„Und Daisy, du begrüßt den Gedanken bestimmt auch, das es sich einfach nur um Frauen dreht und ihrer Macht, der Schönheit.“

Das Mädchen zuckte mit den Schultern, nachdem sie an ihrer Teetasse schlürfte.

„Du hast ja recht, wir können kaum nachvollziehen, was junge Männer damals an diese selbstsicheren und modernen Frauen attraktiv gefunden haben.“

„Zu jener Zeit waren die Feuilletons voll davon, was für einen unheilvollen Einfluss, das Gipson Girl auf junge Fräuleins habe, weil sie sich alleine mit Männern traf oder Golf spielte.“

„Das Gipson Girl war bei jungen Frauen als auch bei Männern sehr beliebt.“

„Es stellte eine Figur da, die die Mutter oder der Vater keinesfalls beliebten.“ „Und natürlich war es genau das was kitzelte.“

„Das VERBOTENE zu der sich die jungen Damen hingezogen fühlten.“

„Ähnlich wie bei dir Daisy.“

„Als die USA 1917 in den ersten Weltkrieg eintraten, entdeckte die Armee, die gezeichneten Damen als perfekte Werbeträger – um junge Frauen und Männer zusammen zu führen.“

„Auf Werbeplakaten und Kriegsschauplätzen verrichteten die Frauen ihren Anteil am Kriegsdienst.“

„Und als der Krieg zu Ende war, haben die Damen den Genuss der Selbstständigkeit gekostet.“

„Während die armen  Soldaten zuviel Böses gesehen haben – um ihr Leben wieder geordnet weiter führen zu können.“

„Die Vorstellung der Rückkehr in einen braven Alltag lässt niemanden auf rosé farbigen Wölkchen träumen.“

„So beginnt die Zeit der klirrenden Champagner Gläser auf Partys.“

„Vermischt  mit  Unbeschwertheit.“

„Und wer nun allen durch ein „Zwinkern“, den Boden unter den Füssen wegreißt ist – der „Flapper.“

„Eine Knabenhaft, maskuline junge Frau – der 20iger Jahre.“

 

„Sie tut nichts anderes als das einengende Mieder von ihrem Körper hinfort „zu reißen.“

„Sie kürzt die Röcke mit „Omas Nähschere“.

„Sie schneidet sich die Haare kurz.“

 

„Sie trägt den Lippenstift wie ein jenes „leichte Mädchen“ und um allem noch das herzförmige „i Tüpfelchen“ zu verpassen – SIE RAUCHT.“

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Quelle: Tumblr.

 

„Eine Frau, die weder Schauspielerin noch Prostituierte ist aber ganz ohne Zweifel – befreit.“

„Is et nicht schön?“

Der Pan beobachtete mit einem breiten grinsen wie Daisy mit ihrer E-Zigarette versuchte, Donuts in den Wind zu hauchen. Er schnippte ihr mit den Fingern vors Gesicht.

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Quelle: Tumblr.

 

„Psssst, hier spielt die Musik.“

„Man munkelt, aus jener Ecke, das der Begriff, der sexuellen Revolution mit dem Jahre 1968 verheiratet ist.“

„Aber es gab bereits einen sexuellen Wandel in den 20igern.“

„Paare lebten offenherzig zusammen.“

„Sie hatten Kinder ohne die Kirchenglocken miteinzubeziehen.“

„Damen hatten mehrere Sexualpartner.“

„Es gab sogar solche die mit zwei Männern zusammen lebten und Sex mit beiden vollzogen.“

„Ja.Ja.Ja.“

„Der Flapper.“

„Sexiness bis in die Zigarettenkrone.“

„Und einfach so, gab sie  in den Köpfen der Männer, dem Gipson Girl einen stilvollen Tritt in den Hintern!“

„Sie ist das neue Fantasiesymbol der stürmischen 20iger Jahre.“

„Die neue Traumfrau vermehrt sich schnell.“

„Kalender und Titelseiten zieren die Massenblätter.“

„Ihr Körper hat zwar nicht die Maße einer Sexbombe, wie wir sie kennen aber ihre provokante Darstellung lässt die Temperaturen, wie Lava im Herzen erglühen.“

„Und so passiert es, das Hollywood, das anspielungsträchtige Bild, einer dominanten Frau – aus dem Stand verschlingt.“

„Auf den Leinwänden toben sich Pin Up Girls aus, die ihre Sexualität offenherzig und selbstsicher einsetzen – ohne Beklemmungen.“

„Der Flapper lässt wie zuvor das Gipson Girl, die Männerwelt dahin schmelzen und die Frauen entdecken in ihr ein Vorbild von Freiheit und Unabhängigkeit.“

„Die Frauenwelt durfte ende der 20iger Jahre ihre Hoffnung immer weiter auf eine freie und unabhängige Zukunft bauen.“

„Aber als die 30iger  Jahre kamen, ertrank Amerika in der großen Träne, der Depression.“

„Es ist bestimmt keine ausschließlich Amerikanische Art, die Dinge so zu dramatisieren.“

„Aber es ist irgendwie  auch typisch oder?!“

„Ganz nach dem Motto:

„Wenn du jede Menge Spaß hast und dann – zack passiert etwas schlimmes, muss das natürlich bedeuten, das der liebe Gott Bestrafungen ausspricht.“

„Also Schluss mit den Partys und dem Spass.“

„Ob göttliche Bestrafung oder vielleicht auch dem Knall des Börsenkrachs von 1929, Amerika fällt durch die Rutsche einer beispiellosen Wirtschaftskrise.“

„Arbeitslosigkeit und Hungersnot.“

„Sich diszipliniert zusammen reißen – ist angesagt.“

„Katzbuckeln auf die bestmögliche Art und weise.“

„Unter dem Druck der puritanischen Vereinigungen akzeptieren die Studios in Hollywood einen Katalog mit Zensuren für ihre Produktionen.“

„Den „Hayse Code.“ Erstellt von dem gleichnamigen Senator, soll jene Richtlinien, von nun an, die Sittlichkeit des Geschehens und der Dialoge im Kino Gewehrleisten.“

„Außereheliche Beziehungen -fliegen wie eine Vogelschwarm davon.“ „Leidenschaftliche Küsse – vergiss es.“

„Lockere Tänze – sieht man am Horizont immer kleiner werden. Das auf die Leinwand geschmierte Amerika, hat sich dazu verpflichtet wieder brav zu sein.“

„In den Zeiten von Kriesen werden zuerst die Frauen wieder zurück an den „Herd“ geschickt.“

„Das beste Beispiel liefert hierzu die Entwicklung von „Betty Boop.“

„Zum Start, der ersten Zeichentrickserien ist sie ein echter „Flapper.“ Kurzer Rock.“

„Kleine Schmachtlocken.“

 

„Dann nimmt sich der „Hase Code“ die Bilder des schönen Vamps vor.“

„Jener einigermassen unabhängigen Frau, nur um sie wieder mit erhobenen Zeigefinger in die Küche zu bitten.“

 

„Und siehe da!“  „Die Röcke des schönen Wesens werden länger  und sie wird in traditionelleren Rollen gezeigt.“

„Nun ist die Schöne wieder zurück am Herd.“

„Ab dem Jahre 1934 gelingt ihr nichts mehr aus eigener Kraft.“ Sie wird zu einem Wesen, das ohne eine männliche Hilfskraft untergeht.“

„Dies sollte aber nicht bedeuten, das es die Darstellung von aufregenden Frauen nicht mehr gab.“

„Es gab sie aber nur im Bereich der gezeichneten Illustrationen.“

„Die echten Frauen, die auf der Leinwand dominierten, wurden in ihrer Freiheit „beschnitten“ und das Bild der Selbstbestimmten Frau verschwand aus den Kinos.“

„Allerdings brachte der Medienmarkt eine neue Generation, der gezeichneten Pin Ups ans Tageslicht.“

„Sie waren genau so gewagt, wie vor dem „Hase Code“ allerdings waren diese imaginär.“

„Nicht aus Fleisch und Blut, wie im Kino.“ „So waren diese Mädchen gerade noch akzeptabel.“

„Die sexy provokante Frau wird auf die farbenfrohen Titelseiten, der Blätter für männliche Leser verband.“ „Diese leicht schmuddeligen Magazine mit ihrem Mix aus Witzen und Filmklatsch, setzen das „Pin Up“ als halbkindliche Nackte ein, die nur den Verkauf ankurbeln soll.“

„Bis 1933 ein neues Magazin das Genre im Kern verändert.“

„Die Zeitschrift „Esquire“ war ein großes dickes Heft mit Artikeln von Träumen der Hoffnung, die den Eindruck erwecken sollten, als könne man die Sterne vom Himmel holen.“

„Jedes Heft zierte ein wunderschönes, riesiges „Pin Up“ zum aufklappen im Innenteil.“

„Bis dato hat es nie Pin Ups im Innenteil einer Zeitschrift gegeben.“

„Sie waren immer nur auf dem Titelblatt.“ Und als Cover verbreiteten sie den Eindruck, das es sich um ein Sexmagazin handelt.“

 

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Illustrator: Alberto Vargas für die Zeitschrift Esquire. Quelle: Tumblr

„Nun stand das im Herzen, der Zeitung  aufklappbare „Pin-Up“ auf einmal für Lifestyle.“

„Hier ging es alles andere als um Sex.“ „Diese erotische Schöne steht vielmehr für ein Attribut für den Lebensstil eines Mannes, der auf dem Weg nach oben ist.“ „Jemand der Erfolg hat – trotz der Träne, der Depression.“

Daisy grübelte und wippte in ihrem Sessel hin und her:

“ Mal angenommen, diese Zeitschrift wäre 1928 erstmalig erschienen, was denkst du mein lieber Pan, wäre sie ein Erfolg gewesen?“

Der Pan benötigte für jene Frage noch nicht einmal einen „Joker“:

„Nein, Daisy.“ „Diese Zeitung sollte genau zu dem Zeitpunkt, erscheinen, als es allen schlecht ging.“ „Wie ein Hoffnungsschimmer, der die Zukunft erstrahlen lassen sollte.“ „Den größten und reinsten Schimmer waren diese sauberen Mädchen.“

„Das neue an dem Magazin „Esquire“, war die Idee, das, das Pin Up um seiner selbst willen existierte.“ „Diese Fee war befreit von Hollywood und befreit vom Theater.“ „Sie war einfach eine neue unabhängige Art von Frau, die keinen anderen Daseinsgrund pflegte, als ihre Schönheit.“ „Ihre Sexualität und ihre erotische Anziehungskraft.“ „Um dem Konzept eines neuen „Pin-Ups“ zusätzlichen Zauber zu verleihen, versichert sich „Esquire“ der Mitarbeit des Illustrators „George Petty.“

 

„Mit den schimmernden Farben einer Spritzpistole verleiht „Petty“ seinen Fabelwesen lange Beine und dynamische Kurven.“ Das Bild eines frischem und athletischem Amerikas.   Um diesen neuen Geist der perfekten Frau ins Leben zu rufen greift „Petty“ in die Trickkiste:

„Man nehme den Körper einer 20ig Jährigen und gäbe ihr das Gesicht einer 15 Jährigen.“

 

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Illustrator: George Petty. Quelle: Tumblr

 

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Illustrator: George Petty. Quelle: Tumblr

 

„Ein anderer Meister der Pin Up Kunst ist: „Alberto Vargas.“ „Er liefert den Lesern von „Esquire“ eine Magie der Fantasie, die zwar greifbarer erscheint – tatsächlich aber noch idealisierter ist.“

„Zierlich.“ „Fein.“

„Sinnlich.“

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Illustrator: Alberto Vargas. Quelle Tumblr

 

„Aber auch das „Vargas-Girl“ wart die Norm.“ „Das Pin-Up Girl bleibt ein „Good Girl.“ „Ein rundum anständiges Mädchen.“ „Sexy aber respektabel.“

Der Pan  erhob sich von seinem Sessel und ging mit einer Eleganz auf Daisy zu, wie nur er es konnte. Sanft streichelte er dem liebeskranken Mädchen über ihre pur pur Bäckchen:

„Weißt du, ein Pin Up sollte der Frau schmeicheln und den Mann mit ihren Reizen in den Bann ziehen.“

„Sie sollte schön und sexy sein aber nicht mit einer Schlampe in die gleiche Schublade gesteckt werden.“

„Ein Pin Up sollte einen Funken, der Magie nach außen tragen.“ „Etwas das es dem Mann erlaubt, sie über ihrem Bett aufzuhängen, ohne das es peinlich aussieht, wenn die Eltern hereinkommen.“

„Nichts pornografisches also.“ „Ein Pin Up ist kein Aktmodel oder Porno.“ „Es sollte das Mädchen von neben an sein, zu der man nach einer langen und abenteuerlichen Reise, zurück kehrt und der man einen goldenen Ring um den Finger steckt.“

„Die Eine – die nur für dich da ist.“

„Jaaaaaaa.“

Daisy schniefte.

“ Genau das möchte ich für das Mädchen auf dem Stern  sein.“

„Die Eine…“

Der Pan versuchte das Mädchen abzulenken und fuhr fort:

„Amerika wird sich allerdings schon sehr bald – an diese Phantasie Freundin anlehnen.“

„Mit dem Start des zweiten Weltkrieges, schmiegen sich die „Vargas-Girls“ in das Sternenbanner oder ziehen sich die Uniform der Navi „über den Kopf.“  „Das Sexsymbol von der Haustüre neben an steigt auf – in den Rang einer Göttin des Krieges.“

 

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   Illustrator: Alberto Vargas Quelle Tumblr

 

„Das Magazin „Esquire“ gab zu jener Zeit eine Sonderausgabe heraus , die nur für die Soldaten in „Übersee“ bestimmt war.“

„Ganze Schiffsladungen wurden verfrachtet.“

„Und da passierte es auf einmal, hunderte von Exemplaren bewirkten ein: „Klick“, in den Köpfen der Männer.“

 

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Illustrator: Alberto Vargas. Quelle: Tumblr

 

„Angesichts des Erfolges der „Vargas-Girls“ befindet die Regierung, das die Pin-Ups für die Soldaten nun unverzichtbar sind!“

„1942 fordert das neu erblühte : „Office of  war Information“ das zur damaligen Zeit für die Propaganda zuständig war , die amerikanische Presse offiziell auf, die Truppen in Übersee mit ermutigen Nachrichten aus der Heimat zu versorgen.“

„Was gäbe es schöneres als ein Vogelschwarm schöner Mädchen, zwischen den Zeilen?“

Der Pan rieb sich seine Hände und grinste breit, wie nach jener Rucola Suppe, die Daisy ihm nach seiner getanen Arbeit im Wald gerne servierte.

„Und so kam es nun, das die Pin- Ups die Kampfzonen verschönerten.“ „Getürmt an den Wänden von Baracken, entdeckt man sie, als Taschentuch für Heimwehkranke Männer.“

„Manche landen unter der Haut – anderen zaubern sie Herzen, in die Augen.“

„Ein perfektes Fabelwesen, das der Vorstellung  Nahrung gibt, das „unsere“  Jungs da  draußen –  echte Kerle sind!“

„Schon bald flogen die ersten Pin-Ups  – gegen den Feind.“

 

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Nose Art. Quelle: Tumblr

 

„Ein Fräulein für jeden bestanden Einsatz.“ „Ein Glücksbringer.“ „Es kam wie es kommen musste.“ Jener Sonnenstrahl nahm in bitterer Zeit, einen solchen Raum ein, das es sogar einen eigenen Namen bekommt:

„Nose Art“.

„Das Pin-Up, die meist die Kopie eines „Petty oder Vargas-Girls“ war, wurde von nun an mit der Mission verheiratet.“ „Es wird zu einem Symbol, das die Männer an der Front mit der lieben „Heimat“ verbunden haben.“

„Für die Männer verkörperte das Pin-Up die ferne, süße Verlobte.“

 

 

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           Illustrator: Alberto Vargas Quelle Tumblr

 

„Ein Fräulein, für das es sich lohnte zu kämpfen.“ „Es beruhigte aber auch die Damenwelt, die zurück geblieben war.“ „Die Bilder waren nicht schmuddelig oder scharmlos.“

„Die Soldaten sollten schließlich nicht davon ausgehen, das ihre daheim geblieben Damen genau die gleichen sexuellen Bedürfnisse haben, wie sie selbst.“

„Als die Amerikanische Postbehörde einmal äußerte, das ein bestimmtes „Vargas-Mädchen“ einmal zu weit ginge, mit ihren Reizen, bestand sie darauf die Pin-Ups aus dem Magazin zu entfernen. “

„Doch der „Stirnklatscher“ der Militärischen Führung setzte sich durch.“

„Weil jene Soldaten zur damaligen Zeit nichts anderes zum Trost hatten.“

„Außer ihre Pin- Ups. “

„Man munkelt sogar, das es Fotos von Gefallenen gegeben haben sollte, die beim sterben ihr Pin-Up in der Hand hielten.“ „Ihr galten, die letzten Gedanken.“ „Das Pin Up war zu einem Sinnbild für Amerika geworden.“

„YANK“, das offizielle Magazin der Streitkräfte lässt Woche für Woche ein neues Pin-Up auf der letzten Seite rekeln.“

„Meist spärlich bekleidete Stars und Sternchen, die Hollywoods Studios der Armee zur Verfügung stellen.“ „Von jetzt an ist das Pin-Up nämlich aus Fleisch und Blut und es ermutigt, die Truppen an der Front sogar mit einem Besuch.“

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Foto: Betty Grable. Quelle: Tumblr

„Das Pin Up, das wie keine andere den Geist, der Zeit verkörpert ist das Bild von „Betty Grable“, wie sie mit einem verführerischen Blick, in einem  Badeanzug gekleidet, über die Schulter blickt.“

„Die Pose war weder von einem Theaterstück noch einem Film.“ „Sie war  die lebende Kopie, der Zeichnungen von „Vargas“ und „Petty.“

„Die Schwemme der Fotografien im „YANK“ beendeten somit die Ära der gezeichneten Pin-Ups in den Magazinen. “ „Nun erwarteten die tapferen Soldaten – echte – leibhaftige  Mädchen.“

„Auch wenn sie nicht so perfekt erschienen, wie die gezeichneten Schwestern.“

„Im weiteren Verlauf des Krieges passierte es, das immer mehr „normale“ Frauen das Pin Up für sich entdeckten und  sich sogar gegenseitig  fotografierten.“  „Zu jener Zeit waren Frauen aber auch gesuchte Arbeitskräfte, es mangelte nämlich an allen Ecken und Kanten, nach Ersatz für die Männer, die der Armee dienten.“

„So kommt es, wie es kommen musste.“ „Die Propaganda entdeckt die Amerikanerin, als Heldin der Armee.“  „Mit dem Zugpferdchen:“

 

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Rosie the Riveter. Quelle: Tumblr

„Rosie the Riveter,“zeigt sich schnell, das Frauen genau so gut mit anpacken können, wie Männer.“

„Und schon wieder ist es ein Krieg gewesen, der den Frauen ermöglichte, nicht nur handwerkliche Möglichkeiten zu erlangen, sondern auch finanzielle Unabhängigkeit.“

„Jene Möglichkeit die ihnen einen anderen Horizont aufgezeigt hat, als die Küche ihrer eigenen „Vier Wände“.“

„Im Gegensatz zu den 20iger Jahren allerdings ist die Stimmung dieses mal nicht ganz so prickelnd.“ „Nach dem Krieg war die amerikanische Gesellschaft alles andere als begeistert – nahezu erschrocken, über das Mädchen, das zu einer Frau wurde und die sie aus reiner Notwendigkeit erschaffen mussten.“ „Zwischen 1941 und 1946 hieß es:“

„Hilft euren Männern – geht in die Fabriken!“

„Leistet euren Beitrag!“

„Nach dem Krieg allerdings, wollte man alles am liebsten wieder zurück nehmen.“

„Weil die Frauen unabhängig bleiben wollten.“

„Dies führte zu einer Kulturellen Verschwörung um den Frauen einzutrichtern:

„Das ist nun alles vorbei und wer daran festhält – hat nicht mehr alle Zacken auf der Krone!“

„Die wirtschaftliche Bombe der 50iger Jahre, führte zu dem Entstehen, der Massenkonsumgesellschaft.“ Den Frauen wurde nun ein neuer amerikanischer Traum ans Herz gelegt.“

„Ein Hoch aufs traute Heim, sowie Ehe und Mutterschaft.“

„Der liebe Vati geht arbeiten, während sich die Mutti als Schmetterlings Königin, des Haushaltes entfalten darf.“

„Und so geht das „Pin-Up“ wieder zurück in ihre Küche – wo alles seinen Ursprung nahm.“

„Egal wie unglaubwürdig die Inszenierung.“ „Hauptsache  man sieht Sternchen in den Augen.“

„Ein Fräulein, das die Norm bewahrt und doch begehrenswert ist.“

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Illustration: Art Frahm. Quelle Tumblr

 

 

„Das „NEUE“ Mädchen von nebenan hat allerdings einen großen Vorteil.“

„Es bietet sich dem Mann da ohne ihn in die Flucht zu schlagen.“

„Auf den neuen Bildern hebt sie keinesfalls aus Absicht ihren Rock, damit alle ihren Schlüpfer bestaunen können.“

„Dies würde sie zu einer Schlampe machen.“ „Sie ist anständig.“ „Ihr passieren Missgeschicke, so das man auf den Bildern sehen kann, wie beispielsweise ihr Morgenrock an der geschlossenen Türe hängen bleibt, als sie die Zeitung von draußen  hereinholt.

 

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Illustrator: Art Frahm. Quelle Tumblr.

 

„Und sie macht: „OOOOOhhhh!“

„Diese unfreiwillige Enthüllung lässt sie ein gutes Mädchen bleiben, bei dessen Anblick sich die Männerwelt denken darf, das sie sehr schutzbedürftig ist.“ „Es ist der Startschuss einer Verherrlichung, ja beinahe lächerlichen jungen Frau, deren Sexepil darum kreist das sie  sich ihrer Sexualität  nicht bewusst ist.“

„Und  ihr genau aus diesem Grund, diese kleinen Unfälle passieren.“ „Es gibt in dieser Zeit immer mehr Darstellungen – jener „zufälligen“ Enthüllungen in der Öffentlichkeit.“ „Der Witz ist nicht die Naivität oder dem bewussten Einsatz von Sexualität.“

„Der Witz liegt in der Öffentlichen Demütigung der Frau.“

„Der bis dato noch unbekannte Illustrator: „Art Frahm“ macht diesen Gag zu seinem Markenzeichen.“ „Zwischen 1950 und 1960 zeichnet er eine ganze Serie von Kalenderblättern.“ Ohne Worte aber immer mit der gleichen Massage: „Upssss ich hab mein Höschen verloren.“

„Wenn man sich jene Bilder etwas genauer betrachtet, entdeckt man schnell, das diese Mädchen nie die Hände frei haben.“ „Sie sind immer bildschön gekleidet. Sie tragen den Einkauf oder haben Schirm und Hund in der Hand.“

„Sie werden von Männern aus der Arbeiterklasse beobachtet.“

„Hier beginnt das Interessante an den Bildern.“  „Der Unterschied, der verschiedenen Klassen.“ „Es sind entweder Frauen aus der Oberen oder der Mittelschicht, die auf einmal vor allen Leuten hilflos dar stehen.“ „Der Wind bläst ihr den Rock hoch auf der uns abgewandten Seite.“ „Der Mann hinter ihr allerdings  sieht ihren entblößten Hintern.“ „Es sind Polizisten.“ „Postboten oder Strassenarbeiter.“

„Gewöhnliche Männer also.“

„Auf diesen Bildern bekommen sie etwas zu sehen, das sie sonst nie zu Gesicht bekommen würden, weil die Frau einer höheren Schicht angehört.“

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Illustrator: Art Frahm. Quelle Tumblr

 

„Selbst auf der Glimmerleinwand bleibt das „PIN-UP“ blond,  naiv und sexy.“ „Mit Marilyn Monroe schmiedet Hollywood jenen Diamanten – eines umwerfend verlockenden Dummchens.“

 

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Marilyn Monroe by Milton H. Greene,                       

New York, 1954. Quelle: Tumblr

 

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                                                            Jayne Mansfield Quelle: Tumblr

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Mamie Van Doren. Quelle: Tumblr

„Als Jayne Mansfield mit ihren roten Pumps die Szene betritt, nimmt das „PIN-UP“ Cartoonartige Maße an: 102/53/91.“ „Die Schauspielerin ist sich ihrer Rolle als Sexsymbol zwar bewusst, die man in ihr auf die Stirn einbrennt, sie verbleibt aber trotz einem höherem IQ in der Rolle des Busenwunders festgefahren.“  „Amerika hat beschlossen, das sexy geistlos sein muss.“

„Und keinem kam in den Sinn etwas dagegen zu haben.“

„Mit Mamie Van Doren schließt sich der Kreis des Trio’s, der späten 50 iger Jahre „PIN-UP’s.“  „Drei niedlich-blonde Püppchen, die die Herzen höher schlagen lassen und die Kinokassen füttern.“

„Mamie Van Doren wurde 1931 geboren.“

„Sie folgt dem glitzernden Weg eines jungen Mädchens, die vom Starruhm träumt.“

„Die schöne Blonde posiert für Alberto Vargas.“

„Sie singt.“ „Schauspielert und tanzt.“ „Zu jener Zeit galt sie auf der Besetzungsliste eines Films als funkelndes Plus.“ „Doch auch sie wird auf ihren Körper reduziert und ihre einzige Rolle – bleibt die des PIN-UP’s.“

„Daisy erhob sich und bettelte vor dem Pan, sie so zu fotografieren, wie die „Vargas- oder „Petty-Girls“ ganz in der Hoffnung, das das Mädchen auf dem Stern sie findet und sich Daisy  als ein „Pin-Up“ an die Wand heftet.

Der Pan hob den Finger:

„Bedenke immer kleine Daisy: Ein PIN-UP zu sein, ist eine Kunst, die wohl beinahe fast jedes Mädchen, das etwas von sich hält und der damaligen Zeit zuzwinkert, zu beherrschen versucht.“

„Alles was man tut. Jeder Blick muss von innen herauskommen.“

„Es geht nicht nur darum ein schönes Foto zu machen. “

„Alles muss so aussehen – als ob du nicht posierst. Man darf nicht in einer Pose versteinern.“

„Natürlichkeit und der eine Blick – der wie ein Blitz durch den ganzen Körper übergeht.“

„Ja,jaja.“

Sprach Daisy aufgeregt.

„Ich möchte es versuchen.“

Der Pan erhob sich aus seinem Sessel und suchte seine Kamera, die er  letztes Wochenende, bei der Prinzessin vergessen hatte.  Er erzählte mit einer Begeisterung in der Stimme weiter, so das die anderen Waldbewohner neugierig wurden und ans Fensterbrett traten um zu lauschen, was drinnen vor sich ging.

„Geschmeidig und kurvig, wie die drei Grazien.“

„Allerdings alles andere als blond und langweilig.“ Die Rede ist von keiner anderen, als der schwarzhaarigen Schönheit – Betty Page.“

„Mein  absoooooolutes Lieblings Pin-Up!“

 

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Betty Page Quelle: Tumblr

 

Der Pan frohlockte um Daisy nicht eifersüchtig zu machen.

„Ein neuer frischer Wind, des PIN-UPs betritt mit „Page“ die Szene der 50iger Jahre.“

„Ihre Laufbahn beginnt nicht etwa unter den Scheinwerfern Hollywoods, sondern in diversen Clubs, wo sie für  Amateurfotografen Model steht und in Sadomaso Filmen ihre Aufmerksamkeit erregt.“

 

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Quelle: Tumblr

„In ihrer Karriere zwischen 1951 und 1957 designed Betty Page eine überaus rebellische Version von Erotik und Naivität.“

„Ihr nettes und freundliches Wesen, verhalf Betty jetzt endlich bestimmt zu ihrem Erfolg.“

„Sie erschien zu einer Zeit, als Stripperinnen ziemlich „trashig“ waren.“

„In Wasserstoffblonder Farbe getränkt und mit blauen Flecken.“

„Und dann ging die Sonne auf: Betty Page kam.“ „Wunderschön.“

„Fröhlich.“  „Unschuldig.“ „Offen und natürlich.“

„Die meißten Leute wussten zudem auch nicht, das sie ihr Geld vor allem als Model für Witzblätter verdiente.“

„Zum Beispiel in der Zeitschrift „Girls and Gags“ – doch auch dieses Blatt lebte nur davon Frauen in lächerlichen und demütigen Situationen zu zeigen.“

„Das besondere an Betty war jedoch, das ihre Posen so überzogen und übertrieben im Ausdruck gewesen sind, so das man einen völlig anderen Eindruck bekam“Bei ihren Bildern sieht man sofort, das es nicht ernst gemeint ist von ihr.“
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Quelle: Tumblr

 

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„Man merkt, das Betty den Spieß umdreht und zeigen will, das sie es ist, die sich lächerlich macht.“

„Im Jahre 1959 beendet Betty Page mit 34 Jahren ihre Karriere.“

„Sie konvertiert zum evangelikalen Christentum.“

„Die Königin der PIN-UP’s möchte Missionarin werden.“

Der Pan holte zugleich ein Taschentuch aus der Schublade hervor um seiner Traurigkeit kund zu tun.

„Was für ein Abgang.“

Er schüttelte entsetzt den Kopf.

„Und Marilyn Monroe stirbt 1962.“

„Eine Ikone verlischt, wie eine Kerze im Wind und eine neue Zeit bricht an.“

„Schluss mit den langweiligen Werten, der 50iger Jahre.“

„Die sogenannten „Babyboomer“ wollen von jenen anständigen Werten – nichts mehr wissen.“ „Vietnamkrieg.“ „Rassentrennung.“

„Die komplette Gesellschaftliche Ordnung wird in die Waschmaschine gesteckt und auf 60 Grad gekocht.“

„Alles wird in Frage gestellt.“

„Hippie Kultur und Frauenbewegungen sind die angesagten Kleider, die man für eine sexuelle Revolution von nun an tragen möchte.“

„Das PIN-UP wird nebensächlich.“

„Mamie Van Doren macht sich die neue Zeit allerdings zu ihrem Freund.“

„Sie posiert nun nackt für den „Play Boy“. Jenes Magazin das von „Hugh Hefner“ 1953 gegründet wurde.“

„Er griff nach dem „Zaubertrick“, den die Zeitschrift „Esquire“ zwanzig Jahre zuvor erfunden hatte:

„Man nehme eine Mischung aus fundierten Artikeln, frechen Fotos und Lifestyle.“

„Der gute Hefner knöpfte bewusst an die alte Tradition, des erfolgreichen Vorbildes an und schaffte es sogar den Meister der PIN-UP Art: „Alberto Vargas“ für sein Magazin zu gewinnen. “

„Aber hier kommt das Zeichen, der Zeit ins Spiel: Der zentrale Punkt jedes Heftes ist das „Playmate“eine  etwas veränderte Version der gezeichneten Ikone.“

 

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Illustrator: Alberto Vargas für den Playboy ca. 1961

Quelle: Tumblr

„Keine Frage die Playmate’s posierten eindeutig im Stil eines Pin-Ups, die Basis des Zaubers für eine Inspiration jener Fotos, war also eines aus der Vergangenheit zum neuen Leben, wieder wachgeküsstes Genre.“

„Und wenn wir zurückblicken, merken wir schnell was „Hugh Hefner’s“ „Pin-Up-Mädchen“ ausmachte – Natürlichkeit.“

„Und Natürlichkeit machte diese Zauberwesen eben sehr charmant.“

„Die Playmates waren normale Mädchen anders als bis dahin bei den Pin-Ups üblich.“

“ Viele waren keine Modelle oder Schauspielerinnen.“

„Der Herr legte nämlich großen Wert darauf, das sie dem Typ: „Das Mädchen von Nebenan“ entsprachen.“ „Aber eines war anders als in der Vergangenheit.“

„Dieses Mädchen würden die Männer nicht mehr heiraten wollen.“

„Das Pin Up war damals  ihre „kleine Freundin“  und später vielleicht sogar die fürsorgliche und liebevolle Ehefrau.“

„Sie haben Hoffnungen und Träume geschenkt wo sehr negative Energien herrschten.“

„Aber ein „Playmate“ bleibt eben doch nur ein „Playmate“.

„Ein Spielzeug.“

„Und schon im nächsten Heft würde sie von dem nächsten Spielzeug abgelöst werden.“

„In den ersten Jahren des Magazins wirkt das „Playmate “ noch wie die kleine Cousine des Pin – Up Mädchens aber in den späten 60 igern setzt sich die Ganz-körper-nacktheit durch.“

„Bis zu den Schamhaaren wurde alles gezeigt.“

„Und somit lässt die liebe Cousine das Pin-Up Girl wie eine ältere Dame im Rollstuhl aussehen.“

„Die Pin-Ups verkauften sich nicht mehr weil die Magazine voll waren von nackten Frauen.“

„Männer die Pin-Up Hefte gekauft hatten um sich ein wenig Zauber von sexueller Anregung, durch den Anblick des netten Mädchens von nebenan zu holen, und das Genre hieß ja damals  eindeutig „Good-Girl-Art“ betrachten nun lieber Mädchen mit einem Luftkuss von Schmutz.“

„Trashig.“ Das „Good-Girl“ Pin-UP Geschäft ging also zurück und die Verlage hungerten nach etwas Neuem. „Sie brauchten  Illustratoren, die weiter und tiefgründiger gingen.“

„Selbst der König der Meister springt auf den Zug der Zeit.“

„Das naive „Vargas Mädchen“ war nun keine „Jungfrau“ mehr.“

„Andere Zeiten.“

„Andere Oberweiten.“

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Illustrator: Alberto Vargas Quelle Tumblr

 

„Die Pin Ups wurden schamlos.“ „Sie ließen ihre BH-Träger los und zeigten ihre Brüste.“

„Und dies ruinierte alles.“

„Man sah nur noch eine Schlampe.“

Solche Bilder  konnte man auch nicht mehr  an die Wand hängen – aber es war auch nicht spannend genug um es bei Bedarf unter der Matratze hervor zu holen.“

„Als die Pin-Up Mädchen versucht haben böse Mädchen zu werden, schrieben sie ihr Todesurteil.“

„Als das liebe Mädchen versucht hatte mit einer „Brustvergrößerung“ und der Nacktheit zu konkurrieren, verlor es den Kern seiner Seele.“

„Amerikas „kleine“ Verlobte verschwindet nach und nach von der Szene.“

„Ende der 90iger Jahre haucht das Burlesque Revival: Dita van Teese, dem Pin-Up neuen Atem ein.“ „Hingebungsvoll Retro.“

„Sexy. Weiblich.“

Wenn du mich fragst, liebe Daisy Herz, ist Dita das Schönste Pin-Up Mädchen, in dieser Zeit.

 

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Quelle: Tumblr

 

 

 

 

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Dita Van Teese  Quelle: Tumblr

 

„Das Pin Up Mädchen ist die perfekte Figur um die Kunst des Striptease – ironisch frech zu überhöhnen.“ „Es waren Frauen, wie du Daisy, die das Pin Up Girl wieder entdeckten.“

„Die Frauen in dieser Zeit, sahen die alten Fotos und schwärmten für den Look.“

„Sie finden ihn sexy, provokativ und nicht zu offensichtlich sexuell.“

„Wenn ihr mich fragt, ist es eine Reaktion auf die Allgegenwart, der Pornografie.“

„Viele Frauen waren  nie echter Pornografie ausgesetzt.“

„Dem Zeug, das man in einem Sexshop kaufen muss.“

„Und auf einmal bricht die Welle des Internets herein.“

„Und alles ist voll damit.“

„Die Frauen haben es gesehen und meinten sie müssten sich dazu dementsprechend verhalten.“

„Das Pin-Up zeigte ihnen einen Weg, wie sie sein wollten.“

„Und was möchten die Frauen?“

„Sie wollen hübsch sein.“

„Wir können nicht 10000  Jahre Evolution, mit dem Küchentuch weg wischen und ignorieren.“

„Es ist doch so:“

„Seit dem ersten ticken der Uhr, ist die Frau die Lockende und der Mann der Verfolger.“

„So möchte jede Frau für sich, das sich die Leute nach ihnen umdrehen.“

„Sie wollen einem im Kopf bleiben.“

„Daisy du bist nicht allein.“

„Das Pin-Up ist dafür die perfekte Vorlage.“

„Was mich persönlich so fasziniert, ist das das heutige Pin-Up nicht mit dem Pin-Up von damals zu verwechseln ist.“

„Selbst wenn sie sich die gleichen Frisuren oder Posen machen.“

„Das macht das Phänomen so interessant.“

„Dieser Bruch. Die Omas oder Uromas der jungen Frauen von heute wären niemals als Pin-Up, schön oder Glamourös  gegolten, wenn sie einen Arm voller Tattoos oder eine füllige Figur gehabt hätten.“

„Das ist das radikal neue an den heutigen Pin-Ups.“

 

Der Pan musterte das kleine Mädchen. Endlich fand er auch seine Kamera. Er positionierte Daisy an eine weiße Wand nachdem sie sich ihre Lippen in der Farbe der Rose schminkte. Und einfach so wurde sie zu jenem Mädchen von Nebenan. Ein Mädchen das du heiraten möchtest. Ein Mädchen das dir Hoffnung geben möchte aber vor allem ein Mädchen, das nur dir alleine gehören möchte.

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Für Alexa van Unique

Selbst wenn sie diese Zeilen  niemals finden wird – sie wünscht sich nichts sehnlicher als dein Pin-Up Mädchen zu sein…

 

Quellenangaben: Dokumentation im Fernsehen über  „Pin-Up“, Tumblr, Wikipedia, Illustratoren: Art Frahm, George Petty, Alberto Vargas. Alle Fotografien sind von: Tumblr.

 

Mache aus der Welt einen Ort der Magie

Am Ende eines jeden Monats, ist meinem Herzen folgendes klar geworden:

Nur durch den Wunsch, Das ein Verlag mein Manuskriptangebot annimmt und die Liebe meines Herzens auf Papier verewigt wird -lässt sich die Welt nicht verändern.

 

Eigentlich verändert jedes Herz die Welt.

 

In dem was sagt. In dem wie es handelt. Unsere Worte die durch den Mund, der Liebe oder der Wut unseres Herzens spricht, hat immer Konsequenzen, für die Menschen in unserem Leben. Egal Wie nahe oder fern unsere Herzen nebeneinander sitzen. Und mit diesem Wissen schreite hinaus in die Welt. Es soll über dein Tun und Lassen, die Krone tragen. Von Sonnenaufgang bis zu dem Punkt an dem die Sterne aufleuchten. Wenn du deinem Herzen beibringst mit dem Wissen zu handeln, dass wir im Grunde genommen alle eins sind und alle geliebt und respektiert werden möchten veränderst du nicht nur die Welt sondern hinterlässt sogar ein Stück Magie. Ich werde nie den Satz, aus dem Herzen meiner Oma vergessen, das stehts sagte:

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„Sei froh, dass du fähig bist zu lieben!“

 

Jeder Raum, jener Wohnung.
Jeder Raum, jenes Herzens. Verlasse es besser, als du es vorgefunden hast. Hinterlasse immer eine Spur von deinem eigenen Zauber.

 

Wenn sich jeder daran halten würde, gäbe es vielleicht nicht so viele Herzen, mit Narben auf der Brust. Narben, die Ihren Wesenszustand verändern. Und Herzen dazu bringen zu erkalten. Die ganze Welt wäre ein besserer Ort. Meine Oma sagte hierzu ganz vortrefflich:

Es ist nicht deine Schuld, wenn es Herzen gibt, die sich von dir abwenden, weil sie nichts von dir wissen wollen. Aber es wäre deine Schuld, wenn du deswegen nicht mehr weiter versuchen würdest, der Welt, die Blüte der Liebe- erneut ans Herz zu tragen.

 

Die Zufriedenheit deines Herzens, wirst du demnach nur erreichen, wenn du dich jeden Abend, bevor dir ein Traum die Sterne vom Himmel holt, mit dem Wissen, in deine Decke kuschelst,  wenigstens nur den Morgen eines einzelnen Herzens, auf dieser Welt, verzaubert oder oder es wenigstens versucht zu haben.

 

Quelle: Instagram/ Eve Pain

 

Danke für jenen Morgen, den ich dir mit einem einzigen Satz- versüßen durfte.

 

Behandle  jede Blume, die dir auf deinem Weg begegnet, mit Respekt. Rieche an der Kostbarkeit ihres Geheimnisses. Ruhe dich gelegentlich auch aus. Genieße die Süßigkeiten, die dir einzelne Momente geben können. Aber glaub nie, dass du am Ende bist mit deiner Reise. Und sollten dich, auf deinem Wege, Steine und Maschendrahtzäune zum verzweifeln bringen. Sollten dir Außenstehende einreden, du könntest es niemals durch jenen Zaun (zu jenem Herzen) schaffen, dann mache dich dümmer als du bist und rede dir ein, du könntest es doch schaffen. Selbst wenn du zerkratzt auf der anderen Seite ankommst.

Weil morgen wieder alles gut sein wird. Weil Morgen ein neuer Tag ist. Und Wunden können heilen.

Ich denke es gäbe nichts schlimmeres für mich, als mir bei meinem letzten Tanz auf Erden, eingestehen zu müssen, andere Herzen nicht tiefgründig genug geliebt zu haben. Der Welt keinen Fußabdruck im Herzen hinterlassen zu haben. Sie nicht versucht zu haben zu verbessern.

Ich denke wer bei seinem letzten Tanz, das Wehklagen dieser Worte über sich selbst äußert – der hat wahrhaftig ganz umsonst gelebt.

Die Geschichte der Schneekönigin

Es war einmal ein Mädchen namens Lisa, die den Winter so sehr liebte, so dass sie sich im Sommer, wenn sich viele ihrer Freundinnen  zum Picknick oder zum Baden am See verabredeten, im Hintergrund blieb, um sich Pläne für den nächsten Winter zu schmieden oder ihren Schlitten neu aufzurüsten. Schon beim ersten Schneefall liebte das nach Abenteuer hungrige Mädchen, nichts mehr, als aus dem Elternhause zu laufen um zu beobachten, wie sich die Schneeflocken Ballerina Damen, im Himmel, gegenseitig zum Tanz aufforderten. Manchmal öffnete das schöne Mädchen dabei ihre Hände, um den Tanz, einer Ballerina, für sich allein zu gewinnen.

 

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Die Schneekönigin:

„Erfreue dich über jene Schneeflocke, denn sie wird

dir Glück bringen.“

 

Als dem Mond zu Ohren kam, wie sehr sich Lisa für die Schönheit, des Winters begeisterte, lud er die Prinzessin, aller Schneeflocken Damen, zu sich zum Tee ein. Die Prinzessin gestand, das viele der Menschen, die Liebe und den Bezug, zu ihren Schwestern und sich verloren haben. Wegen Verkehrsunfällen und Kälteempfindlichkeit, würden viele sogar den Winter hassen. Sie gestand, sich sorgen um ihre Schwestern zu machen. Denn sobald sich eine der Ballerina Damen, bei einem ungläubigen und unfreundlichem Menschen nieder lies, um für ihn den Zauber, des Winters zu tanzen, würde die Wut des Menschen dazu führen, sie in seinen Händen zu verbrennen. Nicht aber bei Lisa. In Lisa würden ihre Schwestern und sie große Hoffnung stecken, weil sie die Gabe der Freundlichkeit, Dankbarkeit und des Fleißes besaß. Ihr würde die Prinzessin, der Schneeflocken, ihr großes Geheimnis anvertrauen.

 

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Quelle: Käthe Karlsson/Instagram

 

Und so kam es, dass in einer kalten Winter Nacht, der weise Mond, auf das Mädchen Lisa, die gerade dabei war, für ihre Eltern, aus dem Schuppen Brennholz zu holen, einen Regen aus purem Silber, auf sie herab regnen lies, der ihr zugleich auch jegliche Erinnerung, der Vergangenheit löschte. Zutraulich, wie ein Reh öffnete ihr der Mond die Tore in eine andere Welt. Wie in einem Banne gefangen, lies Lisa, das Brennholz fallen und folgte ihm, durch das magische Tor. Von jenem Moment an, trug sie ein Gewand aus weißem Samt unter ihrem kuschelig- verspieltem Eisbärenpelz. Ihr Haupt zierte sogleich eine Krone aus edlem Cristal. All ihre Gefühle, für den Winter schienen von nun an – einen Sinn zu ergeben. Der Mond zeigte Lisa ihr neues Zuhause, das aus der Schönheit, eines Diamantenschlosses bestand. Alles im Schloss bestand aus Eis. Sogar der Spiegel in dem sie verwundert, zugleich, ihr neugeborenes Gesicht, aus Porzellan betrachtete. Das einzig menschliche, das man ihr erlies, war ihre Augenfarbe, die, die wertvolle Farbe von einem Smaragd trugen.

Ein bisschen schüchtern und benommen, erkundete Lisa, das Schloss. Sanfte Stimmen preisten das Mädchen, als sie am Balkon, ihres neuen Zuhauses ankam. Nichts von all dem erschien ihr fremd vorzukommen. Nichts von den Wäldern, die den Schnee wie Zuckerguss empor trugen und auch nichts von dem Eisboden, auf dem sie stand.  Es war eher wie ein Traum – der ihre wahre Bestimmung, ein Leben lang begleitete und sich nun erfüllte. Der Mond führte Lisa weiter, in einen  verspiegelten Saal, indem außer einem riesen Karussell, noch alle Schneeflocken Damen, dieser Erde beisammen saßen und sich in der Zeit, des Sommers, ihrer Schönheit und Anmut widmeten. Manche schliefen andere probten für ihren nächsten Tanz.


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Die Schönste von allen, war die Prinzessin,

der Schneeflocken Damen.

Da kam auf einmal die Prinzessin, der Schneeflocken auf Lisa zu. Und als ob es nie anders gewesen wäre, erhielt die Schneeflocken Prinzessin, in Lisas Herzen einlas. Ihre magischen Welten waren nun eins miteinander. Eine harmonische Freundschaft , die für die Ewigkeit  in den Sternen gezeichnet war. Gemeinsam mit ihren Schwestern gingen sie zum Westflügel des Balkons.

Als ob Lisa nie etwas anderes getan hätte, verhalf sie jeder Schneeflocken Ballerina, mit einem Luftkuß, auf die Erde, zu jenem Menschen, ins Herz hinein, der seine Liebe freudig nach außen trug. Auf einmal freuten sich die Menschen wieder über  den Schnee. Sie rodelten. Machten Schneeballschlachten und zeichneten „Engel“ mit ihren Herzen, in den Schnee. Als Lisa dies sah wusste sie auf einmal wer sie wirklich ist:

 

Sie war niemand anderes- als die Hüterin, des Winters .

Lisa war die Schneekönigin………..

Und wenn dir im nächsten Winter, eine Ballerina Dame in die Hände fällt, bedenke:

Es ist ein leiser Liebesgruß der Schneekönigin.

 

Für Käthe und Eve

Bitte hört niemals damit auf, mich mit euren Bildern und Worten zu verzaubern. Ihr seit wunderbar. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als euch ewiglich zauberhaft, finden zu dürfen.<3

 

Liebt einander

Wenn es etwas gibt, das Daisy das Herz bricht, dann doch die Tatsache, dass sich die Menschen immer weiter voneinander entfernen, anstatt sich näher zu kommen. Etwas zum Beispiel durchzustehen, wie in der Oper: „Die Zauberflöte,“ in der sich ein junger Prinz namens Tamino, in das Bild der entführten Prinzessin Pamina verliebt und von der Königin der Nacht, damit beauftragt wird, ihre Tochter zu retten. Die beiden müssen vor ihrer Begegnung allerdings, Prüfungen bestehen und zum Schluss sogar zusammen Prüfungen durchstehen – um zusammen glücklich werden zu können. Es gibt für Daisy kein besseres Beispiel, als die Geschichte über den jungen und mutigen Prinzen, Tamino. Sie gehört zu ihren Lieblingsgeschichten.

Wir leben in einer Welt, in der man schnell funktionieren muss. In der Liebe als auch im Job. Alles ist zu viel. Wir ertragen keinen Menschen besonders lange an unserer Seite, wir suchen Fehler um einen Grund zu finden, ihn in den Winter zu schicken. Wir rasen zur Arbeit – um ja nicht zu spät zu kommen. Und dabei verpassen wir, die kleinen Wunder, die das Leben uns bietet. Wann haben wir das letzte Mal, den Vögeln beim singen zugehört? Wann haben wir uns, mit den Spatzen zusammen in Berlin, in der Spandauer Vorstadt, ein Croissant geteilt? Wann haben wir uns das letzte mal, die Mühe gemacht einen Menschen richtig kennen zu lernen? Und was ist mit der Welt, hat sie uns nichts zu erzählen? Wenn wir einsam sind und uns verlassen fühlen, wie mag sich dann wohl, die Welt fühlen, wenn sie sieht wie egoistisch, ihre Kinder ihr begegnen. An einem warmen Sommertag, lies sich Daisy, wie gewohnt zuerst von den Sonnenstrahlen wecken, die in der Hüte, ihres mit Moss bedeckten Häuschens, die Vorhänge öffneten. Da klopfte auf einmal die Welt an ihre Türe:

„Klopf, klopf.“

„Jemand Zuhause?“

„Ja, hallo ich Daisy Herz.“

„Wer ist da?“

„Hallo ich bin`s, die Welt.“

„Wir müssen reden.“

„Oh, natürlich liebe Welt, komm rein.“

Daisy führte die Welt an ihrem Wohnzimmer Tisch aus Stein und setzte Hagebuttentee auf.

„Nun erzähl mal liebe Welt, was ist los?“

Daisy füllte zwei Tassen mit Tee.

„Ach ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, liebe Daisy.“

„Ich finde es sehr traurig, wie die Menschen mich behandeln und auf mir herumtrampeln.“

„Und dabei erkennen sie noch nicht einmal, wie wunder schön, der Kern meines Herzens ist, das ich Stückchen Weise unter ihnen aufgeteilt habe.“

„Du musst dazu wissen, kleine Daisy, das mein Herz so gefüllt ist mit Liebe, das es eines Sommertages, die Farbe der Rosen annahm, die bei mir im Vorgarten blühen.“

„Nun ist mein Herz pink.“

„Selbst die Tränen, die es weint.“
Das Mädchen wurde neugierig und beugte sich über den Tisch.

„Was willst du damit sagen, hat dich jemand verletzt?“

„Nein, Prinzessin es waren die Tränen der Rührung.“

„Zuerst habe ich mich von den Menschen abgewandt.“ „Ich wollte sie ignorieren und sie ihrem eigenen Schicksal überlassen.“

„Dann aber, als ich eines Tages mit der „Sonne“ und dem „Meer“ „ walken“ ging entdeckten wir den Grund, die Menschen niemals aufzugeben.“

„Spann mich nicht so auf die Folter.“

„Was hast du gesehen?“

Daisy wurde unruhig und wippte auf ihrem Stuhl hin und her.

„Wir haben die Liebe gesehen.“

„Wir durften erleben, wie zwei Menschen am Strand händehaltend nebeneinander hergingen und sich den Kuss der wahren Liebe schenkten.“

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„Und deswegen kleine Daisy rate ich dir, die Menschen niemals auf zugeben, verbiete deinem Herzen niemals, das Wort gegen deinen Kopf zu richten, ganz gleich was es durchmachen musste.“

Das Mädchen ließ sich vor Entzückung, zurück in den Stuhl gleiten und legte sich die Hand auf ihr Herz, um es zu streicheln.

„Als mein Herz die zwei Menschen erblickte, zwang es meinen Körper hinzuschauen.“

„Ich glaube es gibt in diesem Leben nichts wundervolleres, als das Geschenk der wahren Liebe zu erhalten.“

„Mein Herz war so ergriffen von dem Anblick, das es einen pinken See aus Tränen vergoss.“

„Und weil es nicht wusste wohin mit ihm, widmete mein Herz, mit meiner und der Absprache vom lieben Gott, den See den Menschen in Australien, auf „Middle Island.“

„Ich nannte ihn: Lake Hillier.“

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Wusstet ihr, das euch der Zorn und die Wut altern lässt?

 

„Er ist mittlerweile 600 Meter lang und darf von Niemandem betreten werden, nur mit dem Flügel aus der Luft, von Menschenhand erfunden, kannst du Sprache meines Herzens sehen.“

Was die Welt zu sagen hat:

„Ich möchte dich, liebe Daisy und auch alle anderen, die dich in deinem Wald besuchen kommen, darum bitten mir etwas mehr Respekt zu erweisen.“ „Ich schenke euch so viele kleine Wunder und ihr merkt es nicht einmal.“ „Ihr verschmutzt mich mit eurem Müll, den ihr auf die Straße werft.“ „Aber damit nicht genug, ihr behandelt euch auch gegenseitig, wie Abfall.“ „Ihr führt Kriege mit Waffen, die eure Körper zerfetzen und wofür, für Öl.“ „Öl.“

„Wisst ihr denn nicht, dass der einzige Krieg, der erlaubt ist, jener Krieg ist, den ihr mit euch selber

führt?“

„Gebt einander niemals auf, denn der liebe Gott und ich, geben euch auch nicht auf.“

„Versucht alles und jeden auf dieser Welt, mit Respekt zu behandeln selbst wenn es euch noch so schwer fällt.“

 

„Von der Pflanze angefangen bis hin zu dem Mensch, auf der Straße, neben dir.“

„Daisy, das gilt vor allen auch dir.“

„Versucht eure Wut und euren Zorn über andere, wie ein wildes Pferd zu zügeln, bevor sie euch beherrscht und sich von innen nach außen frisst, wie ein Wurm aus einem Apfel.“

„Denn es wird der Tag kommen, an dem ihr einander suchen werdet.“

„Gibt euch niemals auf.“

„Liebt einander.“

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 Nicht der Lake Hillier, aber ein weiteres kleines Wunder. Die Nordsee.  Zeeland.

 

Da kniete sich das Mädchen auf einmal vor die Welt und gab ihr einen Kuss auf die Stirn:

„Vergib mir liebe Welt, ich werde mich bemühen in Zukunft, das richtige zu tun.“

 

Wer sich Fotos von dem See anschauen möchte, kopiert bitte diesen Link: http://hillierlake.com/lake-hillier-pictures/

Just bloom

Eines Tages, beschloss Mutter Sonne, ihre Strahlen über die Blumen im Walde „GlaubeLiebeWeisheit“ gleiten zu lassen. Eine Hagebuttenblüte sollte die erste sein, die das Herz der Mutter, durch ihre warme Umarmung, spüren wollte. Mutter Sonne, befand die Blumen schon immer, als sehr schön und anmutig, so dass sie, sich eines Tages dazu entschloss, sie so hell wie möglich erstrahlen zu lassen. Durch die Wärme, ihres eigenen Herzens, aus Gold. Eine Blume nach der anderen. Wie aber schafften es unter anderem, die Hagebuttenblüten, die Rosen, die Gänseblümchen oder der Vergiss-mein-nicht, in der Gunst von Mutter Sonne zu sein?

 

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Wenn du das Wunder, einer Blume begreifst, meisterst du die Zukunft. Selbst wenn andere dich verletzen wollen.

 

Blumen  blühen einfach. Sie schauen nicht nach rechts und nicht nach links. Sie bewegen sich nicht gegen eine Masse. Jede blüht für sich. Und lässt sein eigenes kleines Wunder zu. Jede kämpft für sich, gegen Regentropfen beispielsweise oder gegen die Stärke von Stürmen an. Ist es euch das schon einmal aufgefallen? Sie haben den Blick steht’s in den Himmel gerichtet, weil sie sich nur von ihm richten lassen. Nicht von der Nachbarin nebenan und auch von sonst keinem.

Aber wie kommt der Pan dazu, Daisy und euch die Regel der Blume, ans Herz zu legen? Weil wir in einer Zeit leben, in der das Wort Feminismus, immer mehr und mehr in den Dreck und in den Hintergrund gezogen wird. Andere haben für uns den Kopf abgeschlagen gekriegt. Nicht wir. SIE waren Feministen. Das Thema ist durch. Damals musste man aufpassen, nicht als Hexe öffentlich verbrannt zu werden, nur wenn man eine besondere Verbindung zur Natur und deren Heilkunde besaß. Wir heutzutage genießen die freie Wahl, wen wir in die Wärme unseres Herzens lassen und wen nicht. Die Natur. Einen anderen Menschen. Eine Frau oder einen Mann.

Wenn wir anderen Herzen nicht dabei schaden, dürfen wir alles machen, was wir uns für unser Leben vorgestellt haben. Es geht uns einfach zu gut. Und wenn andere meinen, sie müssten uns durch Medien zeigen, wie dünn und wie schlau, wir als Frauen sein müssen um in diesem Leben, den gewünschten Respekt zu erlangen, nach dem wir uns sehnen, dann haben diese Menschen, ein Problem mit sich selbst.

Jetzt wo alle Kriege für uns gewonnen und durchgesetzt wurden. Wo es keine Schlachten mehr gibt. Bekriegen wir uns jetzt gegenseitig? Nein.

„DU BIST DU.“

„ICH BIN ICH.“

Wenn wir einmal in uns selbst hineinblicken und ehrlich sind, dann sind wir viel zu verwöhnt. Wir müssen nicht hungern. Wir müssen uns auch nicht vor Bomben verstecken, wie unsere Großeltern. Aber was machen wir?

Uns ist langweilig. Also erschaffen wir einen neuen Aufstand. Einen, der zum Beispiel dazu führt, dass sich ein doch so unscheinbares Mädchen, im Kölner Dom, nackt auf den Altar stellt. Es ist Blödsinn, weil es zum guten Ende für sie selber, zu nichts geführt hat. Außer zu einer Geldstrafe. Und? Und zu einer Botschaft.

Die Botschaft, dass Nacktheit als eine Art Reinheit mit der Kirche, zu vereinbaren ist.

Na und? Sollen wir jetzt alle nackt rum laufen? Es ist unbegreiflich und sehr schwer nachzuvollziehen, warum man sich überhaupt dazu entscheidet, sich SO blank, wie das Mädchen in einer Kirche, in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Außer das es lächerlich ist, weil es einem im Grunde genommen nicht voran trägt. Es schadet anderen Menschen nur, die Weihnachten im Kölner Dom verbringen wollten. Können wir nicht damit aufhören, uns gegenseitig mit solchen Aktionen zu nerven?

Wenn eine Seele. Nein wenn ein Herz, fest an etwas Glaubt, kann man es nicht umkrempeln. Erst reicht nicht, mit Aktionen, wie diesen. Man kann nur eines tun. Man kann den Besen nehmen oder den Staubsauger und erst einmal, bei sich selbst aufräumen. In seinem eigenen Herzen. Nicht die Pistole auf andere halten, sondern den Krieg mit sich selbst beginnen.  In dem man zum Beispiel der Frage:

„Was stimmt nicht mit mir?!

Auf den Grund geht. Wir müssen uns den Samen:

„Friede-mit-sich-selbst“

ins Herz pflanzen. Ihm täglich Nahrung geben. Und ihm vor Hagelstürmen und eisigen Monaten schützen. Der schönste Anblick, ist jener, zu erkennen wie schön die Blüte aus dem eigenen Herzen quillt. Und man sich somit, in Liebe von jemanden pflücken lassen kann. Für die Liebe. Wir dürfen uns nicht an Bilder festhalten, die dreifach verzerrt und überbelichtet sind. Es ist unrealistisch sich an dem Aussehen einer Puppe festzuhalten. Daisy hat jene stummen Dinger, aus ihrem Spiegelschrank, nie um ihr Äußeres beneidet. Die lebt nämlich nicht. Die kann keinen Schnupfen kriegen oder weinen. Die kann weder kluge Dinge von sich geben noch Lasagne essen gehen. Daisy möchte es den Gänseblümchen im Wald „GlaubeLiebeWeisheit“ gleich tun. Sie möchte weder nach links noch nach rechts schauen. Den Kopf zur Mutter Sonne halten. Um vielleicht, irgendwan von der Sonne, wie ein Gänseblümchen, einen pinken Knutschfleck auf den weißen Petticoat zu erlangen.

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Just bloom

 

 

Vergib

An einem Tag, als Daisys Herzschlag lauter rief, als ihre Sehnsucht, fing sie das erste Mal an, über ihr Herz nachzudenken. Es war nicht nur eine Pumpe, mit einem Job, in ihrem Körper. Für Daisy war ihr Herz, die Stimme der Seele. Es zupfte das Unkraut in ihr. Und warf an den leeren Stellen, die neue Saat aus. Wie in einem Garten. Diese Art von Kreislauf: „ Unkraut zupfen-neue Saat-sich- auf- die- Frucht-freuen “ war allerdings nicht immer der Fall. Es gab eine Zeit, in der sich die ewige Eiszeit, in Daisys Herz verbreitete. Man konnte gar keine Saat ihrem Herzen streuen, weil das Unkraut in ihrem Leben nur so wucherte. Und sich schließlich zu einem Eisklumpen verwandelte, der sich von außen regelrecht streicheln lies. Kein Mensch konnte sie begeistern. Niemand sie glücklich machen. Sie war enttäuscht worden, von den Menschen. Sie bevorzugte ihr Schneckenhaus. Und stellte des Öfteren auch gerne ein „Bitte nicht stören“ Schild davor. Schön groß, damit jeder es lesen konnte. Sie war so verletzt und wütend, weil ihr die Prinzessinnen aus dem Nachbarort vorwarfen, sie würde sich nur mit ihnen abgeben wollen, weil sie Kontakte zu attraktiven Piraten pflegten. Dabei wünschte sich die Prinzessin nichts sehnlicher, als einen einzigen, treuen Freund in ihrem Leben. Jemandem von dem sie lernen konnte. Jemanden der vielleicht sogar all ihre Träume über Piraten teilte. Diese Tatsache allerdings, würden die anderen Prinzessinnen weder heute, noch morgen annehmen wollen. Sie waren so verstrickt in ihrem kleinen Kreis, so dass sie ein fremdes Strickmuster von vornherein ablehnten. Daisy hatte keinen einzigen Freund. Nur Oberflächlichkeit. Und sie waren gemein zu ihr gewesen. Kennt ihr das Gefühl abgelehnt zu werden? Ja. Es tut verdammt weh, abgelehnt zu werden. Sie hätten die Prinzessin nicht so sehr verletzen dürfen. Und eine einzige Nadel reichte aus, um die aufgeblasenen, stolzen LEICHTMATROSEN, wie einen Luftballon platzen zu lassen. Wenn Daisy mit ihnen reden wollte, fühlten sie sich nämlich von ihr bedrängt und belästigt. Verhält sich so ein Pirat mit Rückgrat? Oder eine Lady? Irgendwann erkannte Daisy von selber, das sie sich lieber die „Einsamkeit“ zum „Freund“ machen würde, als auch nur einen einzigen dieser aufgeblasenen Witzfiguren. Ihr Blick war stehts zum Horizont gerichtet. Auf die endlose Weite der Welt, die nur darauf wartete erkundschaftet zu werden. Mit echten Piraten. Piraten die kämpften. Piraten mit Mut im Herzen, ihre eigene Meinung zu haben.

 

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Für Liebe ist hier kein Platz. Vergiss es. Prallt nur ab.

Da ihre Bitterkeit aber so groß war, erkannte das Mädchen zu spät, das sie sich jenen oberflächlichen Menschen aus ihrer Umgebung, schon längst angepasst hatte. Ihr Herz verhärtete sich. Und wer auch immer danach versuchte, Samen für einen Neubeginn zu streuen, wurde von Daisy mit drohendem Finger zum „Teufel gejagt“, bevor es überhaupt dazu kam, bewässert zu werden. Um jetztendlich, zu keimen. Auf ihrem Herzen, hätten andere, Schlittschuh laufen können. Daisy war es leid, ihr Leben lang abgelehnt und enttäuscht zu werden. Und niemals das Herz für sich zu gewinnen, was sie wollte. Ihre Wut im Herzen, bewirkte sogar, das sie jemandem etwas tat, der ihr nur neugierig zuzwinkerte. Das Mädchen schwor sich mit der Stimme einer Schlange: Rache auszuüben.

Dann erkrankte Daisys Oma, an einem Tumor. Und sie hörte, das erste Mal, wie die Stimme ihres Herzens einen Uhrschrei los lies. Wie ein Erdbeben, erzitterte ihr ganzer Körper. Kurz Gesagt: Mit diesem Uhrschrei, zerbrach das Eis in ihr und schaffte der Sonne erneut Raum, um zu wärmen und etwas zuzulassen. Der Samen konnte keimen. Daisy spürte, wie ihre Oma unter der Krankheit leiden musste, bis in ihre Fußspitzen. Natürlich hätte das Mädchen einen Bediensteten fragen können, ob er sie waschen würde aber Daisy entschloss sich, in einem Augenblick der „Keimung in ihrem Herzen“ dazu, es selber zu tun. Schließlich hatte ihre Oma sie ja auch, als Baby gewaschen. Wenn man einen Menschen wäscht, der krank ist, leicht abgemagert. Und eine krumme Wirbelsäule hat. Empfindet man einfach nur Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass es einem selber gut geht. Es gibt wichtigeres im Leben, als in der Gunst von irgendwelchen aufgeblasenen Matrosen zu stehen.

Zumal (haha) sie nicht annähert der Schmetterlingsdame „Marie“ oder dem Piraten aus ihrem Traum ähnelten. Aber auch bei ihrer Oma, währe die Prinzessin am liebsten mehr als einmal, davon gelaufen. Da des Öfteren nicht sie selber, sondern der Tumor aus ihr sprach. Sie war wie ein Biest zu Daisy. Und es gab Nächte da weinte sich die Prinzessin sogar in den Schlaf. Sie legte das Bild „der Liebe“ unter ihr Kopfkissen und hoffte auf einen schönen Traum, von ihrem Sailor. Mit ihrer Vorstellung, von der ewigen Liebe.

 
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Warte ab. Der Richtige ist schon auf dem Weg zu dir.

 

 

 

Daisy schrie es regelrecht hinaus: „Nein, ich will das nicht mehr machen!“

 

Ihr Herz sagte: „Und ob du willst, rein!“

 

Heute weiß sie:

Nicht davon laufen.

Den Schmerz erkennen und ihn spüren.

Sich schließlich durch ihn hindurch kämpfen.

Dies ist mit Abstand, das Beste was man tun kann.

Am Ende fühlt man sich gut.

Am Ende wird alles gut.

Auch wenn es Daisys Zeit in Anspruch nimmt, so macht sie es, aus Liebe zu ihrer Oma. Jeder Zeit. Für immer. Nur ab und zu, wehte der Sturm, der Unverständnis in ihr. Er drohte nur damit, die Samen der Liebe, hinfort zu wehen. Nie mehr würde die Prinzessin es zu lassen, dass sich eine Eiszeit in ihrem Herzen ausbreitete. Diese Wut über sich selbst, andere Menschen verletzt zu haben. Lies ihr keine Ruhe. Nicht viel besser gewesen zu sein, als diese „Luftmatratzen“, die sich Prinzessin schimpften aber keine Etikette vorweisen konnten. Daisy konnte nicht anders, als diese Wut symbolisch zu ihrem Pan zu tragen und es ihm zu überlassen, was zu tun ist.

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          Kölschen Sprichwort am Rande :O)

„Anna meine Tropfen“

Steht für einen Ausruf der Verzweiflung:O)

 

 

Der Pan offenbarte ihr daraufhin, sein größtes Geheimnis: „Du kannst das Böse, nur mit dem Guten besiegen.“ „Menschen die verletzt worden sind, verletzen andere.“
„ Sie sind im Kern nicht wirklich böse, wie du.“

„Und wenn man diese Weisheit, wie einen Schatz im Meer findet, dann fällt es einem leichter anderen zu vergeben.“

Er streichelte ihr über ihre pur, pur Wangen. Oh wie sehr sie es liebte, wenn jemand ihr über die Wangen streichelte.

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Lade deine Waffe. Hier sind die Kugeln.

 

„Tue dir selber einen Gefallen, vergib den Menschen die dich verletzt haben.““ Sei gut zu ihnen, damit etwas Neues entstehen kann.“

 

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„Vergib.“

Öffne dein Herz

An einem verregneten Morgen, als das Mädchen des Regens, mit ihrem Pinsel, die Grashalme des Waldes, zum trinken einlud, da erwachte Daisy in den Armen von Paul. Sie hatten am Vorabend lange miteinander gesprochen gehabt. Und während Daisy, für die Schmetterlingsdame Marie, eine Krone aus „Vergiss-mein-nicht“ bastelte, kochte der Paul über seinem Feuer eine Ruccolasuppe. Er hatte schon die letzten Kräuter, in den Topf gegeben. Als er Daisy mit der „unabhängigen-bitte“ sah, verdrehte er die Augen:

„Sie kommt nicht mehr, das weißt du.“

„Du hast es dir versaut(!)“

Daisy legte die Blumen beiseite, als ob sie ein Katzenkind zum „schlafen legte.“

„Du sag mal, lieber Pan, woher weiß ich, das mir überhaupt die Liebe begegnet?“

„Steht einigen die Liebe zu und anderen nicht?“

Der Pan nahm zwei Schüsseln und füllte sie mit der „grünen-Hoffnung.“ Er setzte sich zu Daisy und überreichte ihr die Suppe.

„Weißt du, ich kannte mal ein Rehkitz, das mir die Selbe Frage stellte:“

Durch einen Jäger verlor er seine Mutter und wanderte von jenem Tage an, allein durch den Wald. Wenig später begegnete ihm eine bildschöne Katze, die sich dem Kitz aus Liebe anbot. Eine weile erschien es einem so, als ob die Katze es geschafft hätte, der zärtlichen Gestalt, die Geborgenheit zu geben, um durch den harten Winter seines Herzens, hindurch zu gelangen. Doch es war vergebens sein Herz war schon zu hart.

 

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Hey, du. Ja genau du. Ich hab dich lieb, siehst du das nicht?!

 

Dann kam eine Eichhörnchen Dame, die sich das Herz des kleinen Rehkitz genauer betrachtete und beschloss sein Herz an das des Rehkitz zu halten, um es so die Liebe wieder zugeben, die es von seiner Mutter her gewöhnt war. Und obgleich sich die beiden Herzen, von Anfang an gut taten, so fehlte doch irgendetwas.

 

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Wir gehören zusammen.

 

In einer Nacht, als sich die Meerjungfrauen auf den Felsen, zum „Sterne pflücken“ trafen, erblickte eine von ihnen, weit ab von ihren Schwestern, das Rehkitz. Seine Nase funkelte durch den Mond, wie Lakritz und seine weißen Punkte, auf dem Pelz, schimmerten silbern. Eine Träne kullerte aus seinem Auge ins Wasser hinein. Und der Meerjungfrau- genau ins Herz. Sie war so berührt von dem fremden Wesen, das sie es nicht übers Herz brachte ihn gehen zu lassen:

 

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Ich denk an dich.

 

„Bitte, bitte weine nicht liebes Reh.“

„Es ist schon gut.“

„Ich muss stark bleiben, ich bin der Sohn meiner Mutter.“

Die Worte ließen das Herz, der Herrin des Meeres, anschwellen. Sie war derartigen Kummer nicht gewöhnt. Ihre Aufgabe war es bloß, die Wellen des Meeres zu zügeln. Damit sie die Erde, nicht mit ihrer eigenen Bitterkeit, ertränkten.

Aber wie heilt man ein Herz?

Paul unterbrach das Gespräch und schlürfte an seiner Suppe. Die „Feuertänzerinnen“ unter dem Kessel mit Suppe, kamen zur Ruhe erloschen aber nicht.

„Erzähl weiter Paul, was passierte dann?“

 

Paul setzte die Suppe ab:

Die Meerjungfrau war nicht darauf aus, das Herz des Rehkitz zu erobern, bevor sie nicht versuchte es heilen zu können. Sie sprach Worte der Magie aus, die aber nie ganz durchdrangen. Sie holte Nadel und Faden. Wusste aber nicht wo sie die Nadel ansetzen konnte, da sein Herz zu sehr blutete. Der Meerjungfrau kam es beinahe so vor, als wolle das kleine Kitz bluten, als wolle es traurig bleiben. Und weil das kleine Fräulein den Schmerz, den das Reh durchlebte, nicht mehr ertragen konnte, lies sie ihn gehen. Sie gab ihm allerdings ein kleines Geschenk mit auf dem Weg. Jedes Mal, wenn der Wind sein flauschiges Fell streichelt, solle es ihm sagen:

„Ich hab dich lieb, vergiss das nicht.“

Ob das kleine Reh es nun zur Kenntnisnahme genommen hat, oder nicht wusste das Mädchen nicht. Es verschwand hinter den Klippen der Traurigkeit. Wie gerne, das Wesen des Meeres, das kleine Reh lieb gehabt hätte. Es stand ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben. Aber jede Berührung mit ihm, hätte ihr weh getan. Weil sie zu sehr mit fühlte. Weil die Meerjungfrau es nicht ertragen konnte, wenn jemandem etwas Böses widerfährt. Dies ist das ganze Geheimnis. Sie nahm einfach zu viel Dreck von ihrer Umwelt, in sich auf.

Ein paar Tage später traf ich den kleinen Krümel, zusammengekauert, unter „Großmutter Tanne“ liegen. Er weinte und fragte mich schließlich:

„Lieber Pan, warum finde ich niemanden, der mich lieb hat?“

„Steht einigen die Liebe zu und anderen nicht?“

„Und was hast du ihm gesagt?“

Daisy wippte unruhig auf dem Sessel hin und her.

 

Ich habe ihm über seine Wange gestreichelt und gesagt:“

„Ich habe dir eine Katze geschickt.“

„Ich habe dir eine Eichhörnchen Dame geschickt.“

„Ich habe dir eine Meerjungfrau geschickt.“

 

Wie viel Liebe soll ich dir denn noch schicken, bevor du dich ihr endlich öffnest und sie auch annimmst?“

Habe dich lieb. So wie du bist.

Es war zu jener Zeit, als Daisy morgens in der Früh, schon auf war. Sie wollte ihrem Paul, aus den Perlen der Tautropfen, eine Kette basteln. Da erblickte sie ihr Gesicht, in einer nah gelegenen Wasserpfütze. Sie fühlte sich hässlich. Ausgelaugt. Und ungeliebt. Die dunklen Ränder unter ihren Augen, waren der Beweis, für die langen Nächte. Nächte an denen Sie, am Ufer, der verlorenen Unschuld, auf ihren Sailor gewartet hatte. Doch sein Schiff kam nie an. Das Mädchen wusste, dass er die Nacht mehr liebte, als jene Sonnenstrahlen am Tage. So beschloss die Prinzessin, sich die Nacht zum „Freund“ zu machen.

Ganz so Furcht erregend sind die Nächte auch nicht, wenn man weiß, dass sich der Wald nur ein dunkel farbiges Kleid anzieht. Die Freunde bleiben die gleichen. Andere werden nur aktiver als sonst. Da wäre zum Beispiel Herr Friedrich, der Eulenmann. Der mit seinen großen, goldfarbenen Augen, das Herz des Mädchens beobachtete. Aber ob er es auch bewachte? Für Daisy war jede Seele mit guten Absichten, willkommen. Aber nur mit einer, wollte sie verschmelzen.

Und wie jedes heranwachsende Mädchen, hatte auch sie am Anfang Probleme damit, sich selbst und ihren Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Die Blüte zwischen ihren Beinen, die sie als Frau ausmachte, schien ihr zum Beispiel, nicht die Norm und die Schönheit zu haben, wie die Blüten anderer Mädchen. Die äußeren Blütenbäckchen links und rechts waren nämlich zu kurz, um ihre inneren Backen zu umschließen. Sie leuchten, wie eine Knosbe  hervor. Heute weiß Daisy, das die Sicht von damaligen Zeiten, vollkommener Blödsinn ist. Jede Frau und jedes Mädchen, trägt im Verborgenen, die Schönheit ihrer eigenen Blüte. Eine Blüte, die sie nur Auserwählten zeigt. Und wenn die Zeit reif genug ist, pflücken lässt. Außerdem. Wo kämen wir denn hin, wenn es nur Hagebuttenblüten auf dieser Welt geben würde. Dann würde man ja, das bescheidene Gänseblümchen gar nicht kennen lernen können. Das wäre doch irgendwie langweilig, oder nicht?

Als Daisy zu einem späteren Zeitpunkt, an Pauls Holz Türe klopfte, um ihm die Ketten, aus frischem Tau zu überreichen, riet dieser ihr außerdem, sich eine Zeitlang zurückzuziehen. Und nicht mehr nach ihrem Sailer und seinem Schiff, Ausschau zu halten.

„In erster Linie sollte sich jeder, um sich selbst kümmern.“„ Jeder sollte an sich selbst arbeiten und seinen inneren Frieden finden.“ Bevor man meint, dazu bereit zu sein, auf das „Schiff der Liebe“ zu steigen“. „Und sich mit den Wellen des Meeres zu vereinen.“ „Es geht NICHT NUR darum, seinen eigenen Körper zu erforschen und kennenzulernen, sondern vielmehr auch, im Leben das zu tun, was einem wirklich Spaß macht.“ „Egal was andere davon halten mögen.“

 

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                     Habt Spaß am Leben. Egal wie.

                                          Entdeckt euch selbst neu.

 

Paul kratzte sich an seinem Bart und lies die Tau Perlen, in eine Teekanne kullern, nachdem er sie auf einem kleinen Feuer erhitzt hatte.

„Im Endeffekt zeichnet es uns als eine Persönlichkeit aus, die nach außen strahlt und dies wiederum erkennen auch die anderen.“ „Es ist auch vollkommen natürlich, mal nach links und rechts zu sehen, um zu gucken, was andere schön finden und zur Geltung bringen.“ “Wer weiß“. „Vielleicht findest du dich selbst, ja in der anderen Person wieder.“ “Vielleicht, seit ihr ja sogar Seelenverwandte.“ „Lass dir bitte, niemals mehr einreden, dass du jemanden kopieren würdest, kleine Daisy.

„Denk lieber daran, was dir die hübsche Eichhörnchen Dame: „Anne“ einst sagte, nachdem ihr beide festgestellt habt, euch für ein „Schiffs Tattoo“ zu interessieren, das ihr euch  an dieselbe Stellen stechen wolltet.“

„Ja.“

Das werde ich.

Daisy setzte sich gegenüber vom Pan, auf einen der kuscheligen vier Sessel, die mit Fällen bestückt waren und wartete geduldig auf ihren Hagebutten Tee. Daisy setzte ihre goldene Krone ab, an deren einige Zacken und Steine verloren gingen oder umknickten. Sie fuhr sich mit der Hand durch ihr goldschimmerndes Haar und seufzte.

„Sich selbst aufrichtig lieben zu können, kann ein Kampf über mehrere Jahre hinweg sein.“ „Und es der einzige Kampf, der erlaubt ist.“

„Der Kampf, den du mit dir selbst führst.“

Der Pan setzte sich mit der Teekanne zu Daisy. Er schüttete den Tee ein. Der Geruch, der Hagebutte umgarnte das Mädchen. Paul fuhr fort. „Später, wenn du nicht mehr damit rechnest.“ „Wenn du zu jener Zeit, auf deinem Lieblingsfelde Gänseblümchen, für einen Blumenkranz flechtest.“ „Und eine leicht salzige Brise von Meeres Duft, dein Haar durchstreift, wirst du dich, aus einem Herz-Instinkt hinaus, umdrehen.“

„Du wirst seine Segel am Horizont erkennen.“

„Und es wird ihm vollkommen egal sein wie deine Krone aussieht, solange dein Herz, die Stimme seines Herzens versteht.“

 

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Jeder Topf hat seinen Deckel. Aber ich nicht. Ich bin

ein Wok. Bullshit. UPS – ich hab „Shit“ geschrieben;O)