Es war einmal……

…..ein kleines Mädchen namens Daisy Herz. Ihr Herz war gefüllt mit Liebe und der Farbe von Hagebuttenblüten. Ihre Eltern, der König und die Königin von Finnland, waren bei ihrem Volk sehr bekannt und beliebt. Es waren aber auch sehr besorgte Eltern, denn egal welchen Prinzen sie sich für Daisy`s Zukunft aussuchten, keiner war ihr gut genug. Daisy schwärmte immer nur von einem Seemann, den sie „im Traume“ traf.

Ein Seemann in dessen Herzen, sie den tiefgründigen Ozean erblicken konnte. Aus vielen Ländern reisten die schönsten und liebevollsten Prinzen, von Nahe und Fern. Von Ost und West, um das Herz der Prinzessin umzustimmen.

Daisy aber schlich sich an solchen Tagen immer gerne davon. Und dachte auch nicht weiter über ihre Bewerber nach. Sie schlich sich mit einem Beutel voll Proviant, an den Wachen vorbei. Hinaus. In die Freiheit. In den Nah gelegenen Wald, durch den sie des Öfteren gern spazierte. Eines Tages, als die Sonne so schön goldig durch das dichte Tannenkleid schien, traf das Mädchen auf einen wunderschönen kleinen Schmetterling. Ihr Name war „Marie“. Der rechte Flügel, der schönen Schmetterlings Dame war gebrochen und ihr Herz blutete. Daisy spürte so etwas immer gleich. Den Kummer und den Schmerz eines anderen. Heute weiß sie: Es ist kein Fluch. Es ist eine Gabe. Daisy hätte an jenem Tage alles darum gegeben, das Herz der schönen Schmetterlings Dame wieder zu heilen aber sie wusste bis heute nicht, wie man dies nur anstellen könnte. Sie fragte sich:

„Wie heilt man ein gebrochenes Herz, das nicht greifbar genug ist, um es mit der Wärme des eigenen Herzens zu umhüllen?“

Daisy beschloss der Dame ihren geheimen Zufluchtsort zu zeigen. Einen magischen Wald, der so manch tiefgründiges Geheimnis verbarg aber zu jenem Zeitpunkt, nur in der Fantasie des Mädchens lebte. Der Ort zu dem Daisy die Schmetterlingsdame Marie führte, lag ein bisschen im Abseits. Sie kamen zu einem, mit Moss gekleideten, Tor. Das Mädchen tat so, als wolle sie mit einem golden Schlüssel und den magischen Worten: „Glaube- Liebe-Weisheit“, das Tor öffnen wollen. Da trat den beiden Damen auf einmal eine merkwürdige Gestalt entgegen. Beinahe finster. Mit Augen so blau wie die See selber und einem Gehstock, an dem sich das empfindliche Gleichgewicht des Waldes selber festhielt. Marie und Daisy flüchteten hinter einen großen breiten Stein, der in der Sonne glitzerte. Die finstere Gestalt aber erfasste die beiden.

„Habt keine Angst vor mir!“

 

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Im Schein der goldenen Sonne, erkannten die beiden Mädchen Füße, in Form von Hufen und ein bräunlich glänzendes Fell, welches seinen kompletten Unterkörper bedeckte. Sein muskellöser Oberkörper, verziert mit Tätowierungen und sein Gesicht, das auf die beiden herabblickte, ähnelte einer Menschengestalt.

Aber was waren das nur, für komische Ohren. Und diese Hörner?

Ähnlich wie jene eines Widders. Die Gestalt verbeugte sich vor den beiden Damen:

„Wer bist du?!“

Daisy hielt ihre Hand schützend über die kleine Marie, als sich die finstere Gestalt erhob.

Sein Gesicht beherzigte sich und aus seinem Munde, vernahm man den Sopran des Vertrauens:

„Ich bin das Leben des Waldes und sein Hüter!“

„Ich bin der Pan Paul!“

„Aber vor allem bin ich ihr ergebenster Diener, Prinzessin Daisy!“

Daisy verspürte einen Geruch von Moos in seiner Gegenwart und als sie ihm antworten wollte, öffnete sich plötzlich das verschlossene Tor vor ihnen. Die Ruinen weißten den beiden Damen den Weg in eine neue, in eine magische Welt.

In den Wald: „Glaube-Liebe-Weisheit!“

„Fühlt euch wie Zuhause aber seit gewarnt.“

„Sobald ihr meinen Wald betretet – legt euren „Hass“ ab. „So wie ihr Zuhause, die schmutzigen Schuhe vor der Türe abstellt!“

„Mein Ort ist ein Ort, in dem man sich verlieren kann. Ertrinken. Heilung. Abtauchen. Verlaufen. Wiederfindung. Erlösung vom Schmerz.“

„In dem Moment, in dem ihr mit Wut im Herzen meinen Wald betretet, steckt ihr die Waldbewohner an“. „Sie erkranken und sterben.“ „Die Blätter des Waldes werden braun und fallen ab!“ Es ist ein sehr empfindliches Gleichgewicht, welches ich jeden Tag beschützen muss!“

Die zwei Damen versprachen dem Pan nichts zu tun, was den Wald in jeglicher Hinsicht schädigen konnte und die Reise konnte beginnen. Maries Flügel, eben noch gebrochen, heilte wie durch ein Wunder und sie konnte wieder fliegen. Das gebrochene Herz, der kleinen Dame, konnte jedoch niemand heilen. Diese Prüfung musste sie selber bestehen. Später nahm die Prinzessin den Pan beiseite und fragte ihn verwundert, wie es denn nur passieren konnte, dass ihr Wald auf einmal Wirklichkeit wird.

In einem Moment spürbarer Güte, küsste der Pan die verwirrte Prinzessin auf ihre Stirn.

„Du musst noch so viel lernen, kleine Daisy!“

„Nun sprich schon. Lieber Pan!“

Daisy wurde ungeduldig und sprang in die Höhe, wie sie es immer tat, wenn sie nichts abwarten konnte.

………“Es war die Magie deines Glaubens, kleine Daisy“………